Selby zum 4. Mal Weltmeister

Mark Selby hat die Weltmeisterschaft 2021 und damit zum vierten Mal in seiner Karriere die begehrteste Trophäe im Snookersport gewonnen.

Damit ist der 37-jährige nun Teil eines sehr elitären Kreises. Nur acht weitere Spieler haben ebenfalls vier oder mehr WM-Titel auf dem Konto, in der Modern era (seit 1969) sind es sogar nur fünf. Selby schlug im rein englischen Endspiel im Crucible Theatre von Sheffield seinen guten Freund Shaun Murphy mit 18:15. Murphy verlor damit zum dritten Mal in Folge ein WM-Finale und wartet weiterhin auf seinen zweiten WM-Triumph seit 2005. Für Selby hingegen ist es die Rückkehr auf Platz 2 in der Weltrangliste, was den Kampf um die Spitzenposition mit Judd Trump in der nächsten Saison interessant machen dürfte. Shaun Murphy hatte das Finale durch Siege über Mark Davis, Yan Bingtao, Judd Trump und Kyren Wilson erreicht, während Selby gegen Kurt Maflin, Mark Allen, Mark Williams und Stuart Bingham die Oberhand behielt.

Die erste Session eines hochinteressanten Endspiels begann mit Vorteilen für Shaun Murphy. Der 'Magician' holte sich mit taktischer Rafinesse die ersten beiden Frames, ehe er im kommenden Durchgang nach einer 65 den Frameball verschoss. Selby stahl den Frame noch auf Schwarz und stellte mit einer 89 bis zur Pause den Ausgleich wieder her. Nach der Pause nutze Murphy seine Chancen aber wieder konsequenter und ging dank Breaks von 75, 64 und 52 mit 5:3 in Führung.

In der zweiten Session wendete sich das Blatt schließlich zugunsten von Mark Selby. Zwar bekam Murphy in vielen Frames die erste Chance, nutzte diese aber zu selten zu frameentscheidenden Breaks. Der 'Jester from Leicester' machte das besser und konnte sich neben seinem Breakbuilding auch auf seine taktische Klasse verlassen. Serien von 85, 67, 86, 57 und 90 waren passende Konter auf die 98 und die 64 von Murphy. In den letzten beiden Frames des Abends warf Selby zudem seine Kämpfer-Qualitäten in die Waagschale und sicherte sich einen 10:7-Vorsprung.

Die am ersten Tag erarbeitete 3-Frame-Führung sollte Selby bis zum Matchende nicht mehr aus der Hand geben. Zwar versuchte Murphy alles und erspielte sich immer wieder mit tollen Einsteigern seine Chancen, doch sein Gegner hatte immer eine passende Antwort parat. Mit Breaks von 77, 100 und 56 auf Seiten von Murphy und 62, 107, 54, 50, 62 und 69 bei Selby teilten sich die beiden letztlich die dritte Session, so dass es mit einem 14:11 für Mark Selby in die Finalsession ging.

Auch dort ging das muntere Hin und Her fröhlich weiter. Mit Breaks von 66, 68 und 120 erhöhte Selby seinen Vorsprung jeweils auf 4 Frames, doch Murphy schaffte es mit grandiosen Bällen in Frame 27 sowie Serien von 58 und 100, sofort wieder zu verkürzen. Als der 38-jährige dann dank einer 103 sogar auf 15:17 stellte, schien ein Comeback wieder in greifbare Nähe zu rücken. Doch im nächsten Frame verschoss Murphy auf dem Weg zum Framegewinn die letzte Rote an der Bande entlang und Mark Selby machte dank einer nervenstarken Clearance von 33 Punkten den 18:15-Triumph und damit WM-Titel Nummer 4 nach 2014, 2016 und 2017 klar.

Nach der WM ist vor der neuen Saison, doch in Corona-Zeiten ist alles anders. Es gibt noch keinen neuen Turnierkalender, so dass es aktuell unklar ist, wann und mit welchem Turnier es 2021/2022 weiter geht.