Robertson triumphiert in Nervenschlacht

Neil Robertson hat ein hochdramatisches Finale bei der UK Championship gegen Judd Trump gewonnen.

Für den Australier war das 10:9 gegen die Nummer 1 der Weltrangliste der insgesamt fünfte Titel bei einem Triple-Crown-Event und nach 2013 und 2015 der dritte UK-Titel. Mit nun 19 Weltranglistentiteln zog Robertson zudem auch in dieser Statistik wieder mit seinem gestrigen Gegner gleich. Trump verpasste seinen zweiten Triumph bei der UK Championship nach 2011 denkbar knapp nur um zwei Bälle und verlor erstmals ein Ranglistenfinale gegen Robertson. In der Weltrangliste stehen beide Spieler jetzt passenderweise direkt an der Spitze und haben jeweils mehr als eine Million Pfund an Preisgeld vorzuweisen.

Das Match, in welchem keiner der beiden mehr als einen Frame Vorsprung hatte, begann nervös. In den ersten zwei Durchgängen, die sich beide teilten, bauten sowohl Robertson als auch Trump noch einige Fehler ein, ehe das Match Fahrt aufnahm. Der Australier ging dank Serien von 69, 103 und 110 jeweils in Führung und Trump schaffte mit Breaks von 79, 58 und 128 jeweils sofort den Ausgleich. So ging das Match mit einem ausgeglichenen 4:4 in die zweite Session, in der die Dramatik stetig anstieg.

Nachdem diesmal Trump, unterstützt von einer 75, zwei Mal in Führung ging, konterte nun eben Robertson (unter anderem mit einer 94) sofort und es ging mit 6:6 in die letzte Pause. Als sich der Weltmeister von 2010 die Führung zum 7:6 zurückgeholt hatte, gewann Trump einen fast einstündigen Mammut-Frame, in dem sich die Akteure ein irres Safety-Duell um die Farben lieferten. Der Weltranglistenerste ging dann auch zum 8:7 und 9:8 jeweils wieder in Front, doch Robertson blieb cool. Zum 8:8 spielte er eine 115 und bestrafte zum 9:9 eine verschossene Rote von Trump nach 48 Punkten mit einer 72er Clearance. Dabei spielte der Australier auch ein paar spektakuläre Alles-oder-Nichts-Bälle, die ihn das Match hätten kosten können.

Was folgte, war ein nervenaufreibender und ebenfalls etwas mehr als eine Stunde dauernde Entscheidungsframe, der sich auf die letzten Bälle entscheiden sollte. Trump lochte eine schwere Blaue auf die rechte untere Ecktasche, nachdem er sich zuvor verstellt hatte und musste nun auch Pink in die rechte untere Tasche spielen. Doch den machbaren Ball spielte der Weltmeister von 2019, dem nur noch Pink und Schwarz zum Sieg gefehlt hätten, zu dünn und gab damit Robertson die Chance, eben jenen zu lochen. Nach über 7 Stunden reiner Spielzeit schaute der 'Thunder from Down Under' nochmal unsicher auf das Scoreboard und sackte schließlich erleichtert auf seinem Sessel zusammen.

Der Triumph bringt Neil Robertson ganze 200.000 Pfund an Preisgeld ein, während sich Trump als Finalist mit 80.000 Pfund begnügen muss. Robertson hat mit 13 Centuries im Turnierverlauf zudem einen neuen Rekord für die UK Championship aufgestellt. Beide Spieler sind ab heute direkt wieder im Einsatz, denn die Main Tour macht ohne Pause mit den Scottish Open weiter, dem dritten Turnier der Home Nations Series.