Trump wird Home-Nations-König

Judd Trump hat die English Open und damit als erster Spieler drei Turniere der Home Nations Series gewonnen.

Der Weltranglistenerste, der damit ganz nebenbei seinen ohnehin gehörigen Vorsprung an der Spitze weiter ausbaute, setzte sich in einem spannenden und phasenweise hochklassigen Finale mit 9:8 gegen Neil Robertson durch. Für Trump war es der 18. Titel bei einem Ranglistenturnier, was ihn mit Mark Selby und Robertson in dieser Statistik auf eine Stufe bringt. Außerdem hat der Weltmeister von 2019 sein zehntes Ranglisten-Finale in Folge gewonnen.

Trump hatte sich nach einem nervösen Beginn von beiden Spielern mit einem Top-Break von 59 Punkten eine 3:1-Führung herausarbeiten können, ehe Robertson das Match an sich riss und session-übergreifend 6 der nächsten 7 Frames gewann. Zunächst machte der Australier mit Breaks von 75, 128 und 61 aus dem Rückstand eine 4:3-Führung, doch Trump erzwang mit einer 51, die er sich mit einer genialen Roten und einem daraus folgenden Snooker erarbeitet hat, einen ausgeglichenen Zwischenstand, bevor es in den Abend ging.

Mit einer 56 holte sich der Weltmeister von 2010 dort die Führung zurück, ehe Trump im nächsten Durchgang eine 52 nicht zum Framegewinn reichte. Robertson stahl den Frame mit einer 75 und erhöhte mit einer 114 auf 7:4. Das 'Ace in the Pack' verkürzte mit einem Break von 76 Punkten vor der Pause nochmal, bevor das Match erneut kippte.

Nachdem Trump sich den 13. Frame mit kleineren Serien holte, legte Robertson im 14. Durchgang zunächst 65 Punkte vor. Der Australier verschoss aber ausgerechnet den Frameball als Rote auf die Mitteltasche. Trump stahl den Frame auf Schwarz und ging dank einer 55 in einem wegweisenden 15. Frame, der taktisch geprägt war und nach 20 Minuten sogar ein Re-Rack bekam, erstmals seit dem 3:2 wieder in Führung. Das Ende des Matches war dann grandios. Beide spielten im 16. und 17. Frame jeweils nur den Anstoß und sahen ihrem Gegner dabei zu, wie dieser nach einem langen Einsteiger ein Century auf den Tisch packte. Zunächst spielte Robertson eine 125, dann setzte Trump mit einer 114 den Schlusspunkt unter das tolle Match.

Nach einer Woche Pause geht es ab kommenden Montag in Milton Keynes mit der Championship League weiter, die bereits ihren dritten Sieger im Jahr 2020 suchen wird. Dort wird auch der letzte Platz für das Champion of Champions vergeben, der entweder an den Turniersieger oder David Gilbert (Nachrücker über die Weltrangliste) gehen wird.