O'Sullivan gewinnt 6. WM-Titel

Ronnie O'Sullivan ist sieben Jahre nach seinem letzten Triumph erneut Snooker-Weltmeister geworden.

Der Engländer, der zum insgesamt siebten Mal im Finale des Saisonhöhepunktes im Crucible Theatre stand, ließ seinem Kontrahenten Kyren Wilson beim 18:8 keinerlei Chance. Mit seinem 37. Ranglistentitel hat O'Sullivan damit jetzt einen mehr auf dem Konto als der bisherige Rekordhalter Stephen Hendry. Zudem zog er mit seinem 6. WM-Titel mit den Legenden Steve Davis und Ray Reardon gleich und steht nur noch einen hinter Hendry. Er übernimmt außerdem wieder die Nummer 2 in der Weltrangliste hinter Judd Trump. Erstmals haben in der Snooker-Geschichte nun zwei Spieler gleichzeitig mehr als 1.000.000 Pfund an Preisgeld in der Rangliste. Kyren Wilson verpasste in seinem ersten WM-Finale den großen Triumph und kam nie an die Leistungen der Runden zuvor ran, rückt aber trotzdem auf den Karrierebestwert Rang 6 vor.

Die ersten beiden Frames des Finales hatten sich beide noch geteilt, als O'Sullivan erst mit einer 56 in Führung ging und Wilson sich den nächsten Durchgang knapp erkämpfte. In der Folgezeit aber übernahm 'The Rocket' das Kommando und gewann mit Serien von 80, 75 und 106 fünf der nächsten sechs Frames. Wilson hatte genügend Chancen, nutze diese aber nicht konsequent genug aus. Eine 63 in Frame 5 war das einzige höhere Break des 'Warrior' in Session 1, die dieser mit 2:6 verlor.

Am Abend des ersten Tages wurde das Match offener. Zwar baute O'Sullivan nach einem Steal im neunten Frame und einer 51 im zehnten Durchgang seine Führung sogar auf 8:2 aus, doch Wilson fand in der Folgezeit immer besser in sein Spiel, während sich bei O'Sullivan Fehler und Ungeduld einschlichen. Serien von 53, 92, 50 und 58 zeigte der 28-jährige und fand beim 6:8 wieder Anschluss an seinen Gegner. Als ihm aber im nächsten Frame bei einem Split von Blau auch eine Rote fiel, nutzte Ronnie O'Sullivan dies zum 9:6. Davon unbeeindruckt, verkürzte Wilson mit einem Century auf 7:9, verpasste aber im letzten Frame der 2. Session die Riesenchance, weiter heranzukommen. Als Antwort auf die verschossene letzte Rote des dreifachen Ranglistensiegers räumte O'Sullivan bis Pink ab und nahm eine 10:7-Führung in den zweiten Tag.

Die dritte Session ließ zunächst eine Fortsetzung des Wilson-Comebacks vermuten, als dieser mit einer 73 aus einem klasse Einsteiger heraus auf 8:10 verkürzen konnte. Doch im Anschluss verlor der 'Warrior' die Kontrolle über das Match, baute immer mehr Fehler ein und nutzte seine Chancen nicht mehr. Ronnie O'Sullivan holte sich alle noch folgenden sieben Frames der Session dank Breaks von 53, 61, 57, 60, 71 und 72 und brauchte damit am Abend nur noch einen Frame. Den holte sich der nun 6-malige Weltmeister dann auch sofort mit einem weiteren hohen Break, einer 96.

Der 17-tägige Marathon im Crucible Theatre hatte mit Großeinsatz der Organisatoren auch nach Verschiebung und in Corona-Zeiten stattfinden können und zahlte dies durch tolle Matches, ein grandioses Halbfinale, ein Maximum Break und letztlich einen würdigen Weltmeister zurück. Jetzt macht der Snooker-Zirkus eine kurze Pause, ehe die neue Saison Mitte September mit der Championship League beginnt.