Fünf Centuries und Beinahe-Comeback

Neil Robertson hat den World Grand Prix und damit seinen zweiten Titel im dritten Finale innerhalb von drei Wochen gewonnen.

Der Australier bleibt damit formtechnisch derzeit das Maß der Dinge und verhindert mit fünf Centuries ein Comeback des aufopferungsvoll kämpfenden Graeme Dott. Das 10:8 bringt Robertson den insgesamt 18. Titel bei einem Ranglistenturnier, womit er in dieser Statistik wieder an Mark Selby vorbeizieht. Dott hingegen verpasste seinen ersten Titel seit fast 13 Jahren und verlor im 10. Ranglistenfinale zum 8. Mal. Beim Turnier der bisher 32 besten Spieler der Saison war Weltmeister Judd Trump bereits im Achtelfinale ausgeschieden, während Ronnie O'Sullivan im Viertelfinale an Dott scheiterte.

Neil Robertson erwischte mit Breaks von 55 und 63 den besseren Start in das Finale, wobei ihm die 63 im zweiten Frame nicht ausreichte. Dott kämpfte sich in den Frame zurück und gewann diesen nach einer tollen Braunen auf Schwarz. Mit einer 56 ging der Schotte dann sogar erstmals in Führung, aber der Australier schlug konsequent zurück. Mit Serien von 127, 110 und 58 gewann Robertson vier Frames in Folge und zog auf 5:2 davon. Im letzten Frame der ersten Session hatten beide Chancen, doch es war der Weltmeister von 2006, der den wichtigen Anschluss zum 3:5 herstellte.

Am Abend schien der Kampfgeist bei Graeme Dott endgültig erwacht zu sein, als er den Start in die Session dominierte. Bei Robertson wechselten sich starke und schwache Frames ab, aber dennoch konnte der Australier seine zwei Frames Vorsprung halten. Breaks von 62 und 88 bei Dott sowie 107 und 142 bei Robertson sorgten für ein 7:5 zum Midsession Interval. Mit einer 69 und einer 101, dem fünften Century im Match und dem 699. insgesamt für den Weltmeister von 2010, baute die Nummer 2 der Weltrangliste seine Führung sogar auf 9:5 aus.

Wer nun dachte, dass das Match gegessen sei, wurde durch einen beinhart kämpfenden Graeme Dott eines Besseren belehrt. Nachdem Robertson kurz vor dem Sieg eine Grüne verschoss, räumte Dott mit einer 47 den Tisch zum 6:9 ab und ließ nach einem umkämpften 16. Frame und einem Snooker auf die letzte Rote auch das 7:9 folgen. Endgültig dramatisch wurde das Match, als Dott nach einer 69 von Robertson im nächsten Durchgang bereits Snooker brauchte. Der Schotte holte sich nicht nur die drei benötigten Fouls, sondern gewann den Frame sogar noch auf Schwarz. Auch der letzte Frame war umkämpft, doch nach einer verpassten langen Roten von Dott konnte Robertson erneut dafür Sorgen, dass sein Gegner Snooker brauchte. Diesmal schaffte Dott das Comeback nicht mehr und konnte wenig später seinem Kontrahenten nur noch gratulieren.

Mit dem Finaleinzug macht der Schotte in der Weltrangliste einige Plätze gut und findet sich nun auf Rang 19 in Schlagdistanz zu den Top 16 wieder. Neil Robertson verbleibt auf Platz 2 hinter Judd Trump. Schlag auf Schlag geht es im Snooker-Frühling weiter, denn schon heute startet in Cardiff das letzte Turnier der Home Nations Series, die Welsh Open.