Berlin-Triumph für Trump

Judd Trump hat erstmals in seiner Karriere das German Masters und damit bereits seinen vierten Ranglistentitel der Saison gewonnen.

Der amtierende Weltmeister verhinderte dabei mit einem 9:6 den zweiten Titel innerhalb von sieben Tagen für Neil Robertson. Der Australier hatte das European Masters in Dornbirn für sich entschieden und war auch in Berlin als kleiner Favorit in das Endspiel gegangen. Trump verhinderte damit auch die vorzeitige Entscheidung um den Sieg bei der European Series, obwohl dennoch weiterhin viel für einen Triumph von Robertson spricht. Für Trump war es der insgesamt 15. Titel bei einem Weltranglistenturnier und der siebte Sieg in einem Ranglistenfinale in Folge.

Das Finale vor der beeindruckenden Kulisse im Berliner Tempodrom begann ausgeglichen. Eine 60 von Trump sicherte dem Engländer den ersten Frame, ehe Robertson mit einem umkämpften Durchgang den sofortigen Ausgleich schaffte. Zwar ging Trump dank einer 64 erneut in Führung, doch der Australier konterte mit einer 120, dem höchsten Break des Endspiels. Nach der Pause schien das Pendel endgültig in Richtung des Weltmeisters von 2010 auszuschlagen, nachdem Trump eine 71 nicht zum Framegewinn reichte und er gelb verschoss. Robertson räumte ab und holte sich den Frame mit einem Punkt Vorsprung. Dank einer 78 sicherte sich der 37-jährige dann sogar erstmals eine 2-Frame-Führung, doch die Nummer 1 der Welt schlug zum Ende der Session zurück. Mit Breaks von 69 und 48 sorgte Trump für einen perfekten Spielstand vor der Abendsession.

Am Abend dominierte Trump das Match zunächst, als er mit Serien von 54 und 75 sessionübergreifend für vier Frames in Folge sorgte und auf 6:4 davonzog. Einen höheren Vorsprung verhinderte Robertson dank einer 66 zwar vorerst, doch Trump sicherte sich zum Midsession Interval erneut den 2-Frame-Vorteil mit einer 59. Nach der letzten Pause wurde das Match etwas nervöser. Beide bauten kleinere Fehler ein, aber vor allem beim Australier schlichen sich nun ungewohnte Ungenauigkeiten - insbesondere bei längeren Bällen - ein. So teilten sie sich die nächsten beiden Frames, ehe Trump ein weiteres Mal von einem missglückten langen Ball von Robertson profitierte. Aus der sich ergebenen Chance brachte der amtierende Weltmeister sein einziges Century im Match, eine glatte 100, zum 9:6-Sieg auf den Tisch.

Mit dem Titel bleibt Trump natürlich weiterhin die klare Nummer 1 in der offiziellen sowie in der Saison-Weltrangliste. Neil Robertson übernimmt hingegen ab jetzt wieder die Nummer 2 als Lohn für seine guten Leistungen in der letzten Zeit. Es geht zudem ohne Pause mit dem nächsten Turnier weiter. Heute Abend beginnt in Cheltenham der World Grand Prix, das Turnier der 32 bislang besten Spieler der Saison. Im Zuge des Turniers in Berlin wurde zudem angekündigt, dass aufgrund der aktuellen Lage bezüglich der Verbreitung des Coronavirus die für Ende März angesetzten China Open in Peking verschoben werden. Der Ausfall des Turniers in dieser Saison wird gravierende Auswirkungen auf den Kampf um den Tourverbleib und die WM-Qualifikation haben.