Robertson gewinnt famoses Finale

Neil Robertson hat zum zweiten Mal das Champion of Champions gewonnen und dabei in einem grandiosen Finale Judd Trump niedergerungen.

Mit 10:9 behielt der Australier schlussendlich in dem auf Weltklasse-Niveau geführten Match die Oberhand und sorgte für die erste Finalniederlage Trumps seit mehr als zwei Jahren. Insgesamt acht Centuries und sieben weitere Breaks von mehr als 50 Punkten spielten die beiden Linkshänder, die für eines der besten Matches aller Zeiten sorgten. Für Neil Robertson, der auf dem Weg ins Endspiel Titelverteidiger Ronnie O'Sullivan ausgeschaltet hatte, ist es der erste Turniersieg in der laufenden Saison, aber schon der dritte Titel im Jahr 2019. Judd Trump hingegen verpasste seinen ersten Titel beim Turnier der Turniersieger in Coventry, welches im kommenden Jahr nach Milton Keynes wechseln wird.

Robertson erwischte den deutlich besseren Start ins Match, als er mit Breaks von 112 und 56 mit 3:1 in Führung ging. Trump, der zwar mit einer 86 zwischenzeitlich verkürzt hatte, legte erst nach dem Midsession Interval so richtig los. Mit drei Centuries in Folge - 121, 127 und 119 - übernahm der amtierende Weltmeister seinerseits die Führung, ehe Robertson mit Breaks von 96 und 111 konterte und die erste Session mit einem knappen 5:4-Vorsprung beendete.

Am Abend schlichen sich bei Trump etwas mehr Fehler ein, doch die Nummer 1 der Weltrangliste kämpfte weiter. Unter anderem mit einer 84 holte er sich drei der ersten vier Frames, obwohl Robertson zwischenzeitlich mit einer 104, bei der er auf Maximum-Kurs war, ein weiteres Century spielte. Es ging nun hin und her. Einer 81 vom Australier folgte eine 62 von Trump, erneut gekontert von einer 135 von Neil Robertson. Beim Stand von 8:8 kam zum Breakfestival noch das Drama hinzu. Trump brauchte bereits Snooker und holte sich die Foulpunkte auf Blau, die er im Anschluss famos lang in die gelbe Ecktasche lochte. Den Frame holte er sich auf Schwarz und ging im nächsten Durchgang zielstrebig auf Titelkurs. Nach 69 Punkten verschoss er jedoch eine Rote auf die Mitteltasche und Robertson, der nun ebenfalls schon Snooker brauchte, biss sich in den Frame zurück. Der Australier holte sich nicht nur die Foulpunkte, sondern auch die folgende Re-Spotted Black und erzwang so den Entscheidungsframe. In diesem spielte der Weltmeister von 2010 aus seiner ersten Chance heraus eine grandiose 137 und setzte damit den perfekten Schlusspunkt unter das fantastische Match.

Eine lange Pause ist beiden Spielern nach dem Einladungsturnier in Coventry nicht vergönnt. Bereits heute geht es in Belfast bei den Northern Ireland Open, dem zweiten Turnier der Home Nations Series, weiter. Judd Trump geht dort als Titelverteidiger an den Start.