Robertson stürmt zum Peking-Sieg

Neil Robertson hat seinen dritten Weltranglistentitel in dieser Saison gewonnen und damit die Führung in der Saisonrangliste übernommen.

Der Australier schlug im Finale der China Open in Peking seinen Kontrahenten Jack Lisowski klar mit 11:4 und geht mit insgesamt sechs Ranglistenendspielen in der laufenden Saison in Top-Form zur Weltmeisterschaft. Lisowski hingegen verpasste auch in seinem zweiten Ranking-Finale den Titel - erneut gegen Neil Robertson, der ihn in dieser Saison schon in Riga geschlagen hatte. Mit den 225.000 Pfund Preisgeld macht Robertson zudem einen Sprung in der Weltrangliste auf Platz 4, während sich Lisowski immerhin auf Rang 11 vorarbeitete. Damit wird der Engländer genauso wie David Gilbert (16.) erstmals beim Saisonhighlight im Crucible Theatre gesetzt sein.

Robertson erwischte einen perfekten Start ins Match und ging mit Breaks von 86 und 141 schnell mit 2:0 in Führung. Lisowski, der zu keinem Zeitpunkt richtig ins Match fand, streute zu viele Fehler und Ungenauigkeiten in sein Spiel ein und spielte kaum vernünftige Breaks. So baute Robertson seinen Vorsprung auf 4:0 aus, ehe Lisowski überhaupt mal einen Frame auf das Scoreboard bekam. Mit Serien von 74, 100 und 65 erhöhte der Australier gar auf 7:1. Als der 27-jährige dann auch den nächsten Frame noch auf die Farben abgab, schien ein kurzer Abend vorprogrammiert zu sein. Daran änderte auch der letzte Frame der Session nichts mehr, der trotz einer 52 von Robertson noch an Lisowski ging.

Wer auf ein Comeback trotz 2:8 gehofft hatte, wurde in der zweiten Session dann schnell eines Besseren belehrt. Mit Serien von 91 und 50 machte Robertson blitzartig klar, dass es hier kein Zurück mehr geben würde. Die erste Chance zum Sieg hatte der 37-jährige dann auch gleich im nächsten Frame, als er eine 60 vorlegte, jedoch kurz vor dem Frameball die Stellung verlor. Lisowski bestrafte den Mini-Fehler erstmals und ließ eine Clearance von 55 Punkten sehen. Auch den nächsten Frame holte sich der Engländer klar und so ging das Match wenigstens noch in ein Midsession Interval. In Frame 15 machte Robertson aber aus seiner ersten Chance heraus direkt eine 79 und gewann damit zum zweiten Mal in seiner Karriere die China Open.

Mit dem 16. Titel bei einem Weltranglistenturnier ist der Weltmeister von 2010 in dieser Statistik auch wieder an Mark Selby vorbeigezogen. Der wiederum konnte sich durch sein frühes Aus in Peking nicht die Nummer 1 in der Weltrangliste von Ronnie O'Sullivan zurückholen. Damit wird 'The Rocket' die Saison höchstwahrscheinlich die Saison an der Spitze der Weltrangliste beenden. Nur Mark Williams, Neil Robertson und Mark Selby könnten das noch verhindern, müssten dazu aber mindestens das Finale erreichen (Williams) oder sogar den Titel gewinnen (Robertson, Selby). Gleichzeitig müsste O'Sullivan jeweils entsprechend früh aus dem Turnier ausscheiden.