Mit der 36 zur Nummer 1

Ronnie O'Sullivan hat die Tour Championship und damit seinen 36. Titel bei einem Weltranglistenturnier gewonnen.

Damit zog 'The Rocket' in dieser Statistik mit Stephen Hendry gleich und kehrt erstmals seit 2010 wieder an die Spitzenposition in der Weltrangliste zurück. Nebenbei gewann er so auch den Coral Cup, den Gesamtsieg der drei Coral-Turniere World Grand Prix, Players Championship und Tour Championship. Im Finale beim Event der acht besten Spieler der bisherigen Saison bezwang der 43-jährige Neil Robertson mit 13:11. Für den Australier war es bereits das 5. Endspiel bei Ranglistenturnieren in dieser Saison, er verpasste mit der knappen Niederlage jedoch seinen 16. Titel.

Das über Best of 25 Frames angesetzte Finale begann am Samstagabend mit dem besseren Start für Neil Robertson. Der Australier holte sich mit einem Top-Break von 50 die ersten beiden Frames, musste dann aber weitgehend zuschauen, als sein Kontrahent mit Serien von 74, 97, 71 und 67 die nächsten fünf Durchgänge einstrich. Auch eine 54 in Frame 7 reichte dem Weltmeister von 2010 dabei nicht zum Framegewinn, doch dank einer 48 konnte Robertson das Match mit 3:5 nach der ersten von drei Sessions zumindest halbwegs offen gestalten.

Ab der zweiten Session entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. O'Sullivan baute zunächst mit einer 100 seine Führung auf 6:3 aus, ehe er Pink zum 7:3 verschoss und Robertson dank einer 106 sogar auf 5:6 verkürzte. Beide teilten sich die nächsten beiden Durchgänge, bevor der 5-fache Weltmeister mit einer 89 seinen Vorsprung wieder auf zwei Frames erhöhte. Mit einer 61 und dem etwas besseren taktischen Spiel glich Robertson bis zum Ende der Session aber erstmals seit dem 2:2 wieder aus.

Mit dem 8:8 ging es dann in die Schluss-Session und alles war angerichtet für ein spannendes Ende des Matches. Erneut eröffnete O'Sullivan die Session mit einem Century, einer 129, ehe Robertson mit einer 53 wieder ausglich. Auch die nächsten beiden Frames teilten sich die Kontrahenten, bevor O'Sullivan mit einem Top-Break von 55 auf 12:10 davonzog. Neil Robertson musste so langsam dem ewigen Hinterherrennen eines Rückstandes Tribut zollen, schaffte mit einer 56 aber noch das 11:12. Als er im 24. Frame nach 28 Punkten Schwarz verschoss, war das aber die letzte Aktion des Australiers. Die Antwort war eine 89 von O'Sullivan, mit der dieser den verdienten Turniersieg perfekt machte.

Erstmals seit Januar 2015 ist Mark Selby nun nicht mehr die Nummer 1 der Weltrangliste, könnte sich diese mit einer erfolgreichen Titelverteidigung bei den China Open aber zurückholen. Neil Robertson klettert dank des Finaleinzugs in Llandudno wieder auf Platz 7 und scheint endgültig wieder in Bestform zu sein. Auf das Turnier in Peking folgt dann endlich das Saison-Highlight, die Weltmeisterschaft in Sheffield.