Die Tausend und die Titelverteidigung

Ronnie O'Sullivan hat seinen Titel bei der Players Championship erfolgreich verteidigt und zudem das 1000. Century Break seiner Karriere gespielt.

Im Finale des Turniers der 16 besten Spieler der Saison hielt der Engländer beim 10:4 seinen Gegner Neil Robertson klar auf Distanz. Für O'Sullivan ist es im 50. Finale der 35. Titel bei einem Weltranglistenturnier gewesen, womit ihm nur noch ein einziger Triumph bis zu Stephen Hendry fehlt. Zudem rückt er auf Rang 2 der Weltrangliste vor und sitzt Mark Selby im Nacken. Schon bei der Tour Championship oder den China Open könnte ein Führungswechsel stattfinden. Für Neil Robertson setzt sich trotz der Finalniederlage der Aufwärtstrend fort. Der Australier schlug im wohl besten Match des Turniers Judd Trump im Halbfinale und steht fest in den Top 8 der Weltrangliste.

Das mit Spannung erwartete Finale entschied sich bereits sehr früh, als Ronnie O'Sullivan mit blitzsauberem Start und 5 Breaks von mehr als 50 Punkten mit 4:0 in Führung stürmte. Zwar konnte Robertson nach der Pause etwas besser mithalten, doch seine Breaks von 65 und 78 sorgten letztlich nur für Ergebniskosmetik. Sein Kontrahent wartete mit brillanter Chancenauswertung auf und lag nach weiteren Serien von 50, 116, 56 und 105 nach der ersten Session mit 7:2 vorne.

Am Abend setzte sich das muntere Breakfestival zunächst fort. Eine 120 brachte Robertson auf 3:7 heran, mit einer 90 erhöhte O'Sullivan sofort wieder auf 8:3. Auch die nächsten beiden Frames teilten sich die beiden und so ging es mit 9:4 in die letzte Pause, nach der Neil Robertson allerdings keinen Ball mehr lochte. Aus seiner ersten Chance heraus machte Ronnie O'Sullivan sein 1000. Century Break, eine 134, und damit den Sack im einseitigen Match zu.

Die Snooker-Saison nähert sich nun mit Riesenschritten der Weltmeisterschaft. In dieser Woche kommt die Championship League zu ihrer Entscheidung, gefolgt von den Gibraltar Open. Diese markieren gleichzeitig die letzte Möglichkeit zur Qualifikation für die Tour Championship, das Turnier der besten 8 Spieler der Saison. Stuart Bingham und Kyren Wilson werden sich mit David Gilbert um die letzten zwei Plätze beim letzten Event der Coral Series streiten.

In der letzten Woche wurden außerdem weitere Tour-Karten für die nächste Saison vergeben: Kacper Filipiak hat die EBSA-Europameisterschaft in einem engen Finale mit 5:4 gegen David Lilley gewonnen und kehrt damit auf die Main Tour zurück. Hinzu kommen Brandon Sargeant und David Grace, die nach dem letzten Turnier der Challenge Tour die Order of Merit anführen und damit ab der neuen Saison ebenfalls dem Profi-Zirkus angehören werden. Während Sargeant erstmals den Schritt auf die Main Tour geschafft hat, gehört Grace nach einem Jahr Abstinenz nun wieder zu den Profi-Spielern.

Leider ereilte auch eine traurige Nachricht am Wochenende den Snooker-Zirkus. Mike Watterson, ehemaliger Profi-Spieler, Promoter, Manager und Kommentator, verstarb im Alter von 76 Jahren in der vergangenen Woche. Watterson legte in den 70er Jahren den Grundstein für die Main Tour, erweckte viele heutige Traditionsturniere wie die UK Championship zum Leben und brachte die Weltmeisterschaft ins Crucible Theatre.