Wilson mit dem German Slam

Kyren Wilson hat nach dem Paul Hunter Classic auch das German Masters gewonnen und hält damit als erster Spieler beide Titel bei den deutschen Turnieren gleichzeitig.

Wilson setzte sich im Finale des zum Teil hochklassigen, vor allem aber von mehreren Wendungen gekennzeichneten Match im Berliner Tempodrom mit 9:7 gegen David Gilbert durch. Dieser blieb damit auch in seinem dritten Endspiel bei einem Ranglistenturnier erfolglos und verpasste zeitgleich den erstmaligen Einzug in die Top 16. Zuvor hatte der 37-jährige in dieser Saison bei den World Open bereits eine 9:5-Führung gegen Mark Williams nicht ins Ziel bringen können. Für Wilson hingegen ist es der insgesamt dritte Titel bei einem Ranglistenturnier und die Rückkehr in die Top 8 der Weltrangliste.

Das Match im vollgepackten Tempodrom begann mit deutlichen Vorteilen für Kyren Wilson. Der 'Warrior' stürmte mit Breaks von 54, 73, 87 und 69 zu einer 4:1-Führung. Gilbert nutzte seine Chancen bis dahin nicht konsequent genug und konnte mit einer 57 zunächst nur in Frame 3 Akzente setzen. Im fünften Frame verschoss der wütende Landwirt nach 41 Punkten Schwarz vom Spot und wurde mit einer tollen Clearance von Wilson bestraft. Die Antwort von Gilbert war mit einer 95 exzellent und auch der nächste Frame ging nach tollem taktischen Spiel an den 37-jährigen. Mit einer 91 beendete Wilson die erste Session mit einer 5:3-Führung.

Der Abend begann umkämpft, doch nachdem sich Gilbert mit einer tollen letzten Roten den ersten Frame sichern konnte, schien er sich in einen Rausch zu spielen. Mit Serien von 94, 65 und 58 drehte er das Match komplett und sicherte sich so 6 der letzten gespielten 7 Frames. Das Midsession Interval hätte man aus Sicht des dreimaligen Ranking-Finalisten wohl weglassen müssen, denn Wilson holte sich das Momentum zurück. Mit einer 93 verkürzte er auf 6:7 und schaffte mit einer phänomenalen Clearance von 54 Punkten auch den Ausgleich. Dabei hatte er allerdings etwas Glück, als ihm eine Safety komplett misslang, Weiß aber dennoch als gefluketer Snooker hinter Schwarz landete. Ein Telefonklingeln beendete Gilberts Chance im nächsten Frame dann relativ schnell, was Wilson die Möglichkeit gab, sich mit einer 70 die Führung zurückzuholen. Im letzten Frame legte der 'Warrior' zunächst 42 Punkte vor, doch Gilbert machte keinen Punkt mehr. Kurze Zeit später waren 27 weitere Punkte sowie der Titel unter Dach und Fach.

Während das German Masters mindestens für die nächsten 3 Jahre im Berliner Tempodrom bleiben wird, geht es für die Snookerelite ab heute schon ins nächste Turnier. Beim World Grand Prix im englischen Cheltenham duellieren sich die 32 besten Spieler der bisherigen Saison beim ersten Event der ITV Series.