Allen krönt Traumwoche in Daqing

Mark Allen hat die International Championship im chinesischen Daqing gewonnen und damit seinen vierten Titel bei einem Ranglistenturnier geholt.

Im enorm hochklassigen Finale des dritthöchstdotierten Weltranglistenturniers der Saison setzte sich der Nordire klar mit 10:5 gegen Neil Robertson durch. Wie schon in den Runden zuvor zeigte Allen dabei teils fantastisches Breakbuilding und war mit seinen 14 Breaks von mindestens als 100 Punkten selbst zu großen Teilen am Century-Rekord in Daqing beteiligt. Erstmals wurden bei einem World-Snooker-Event mehr als 100 Centuries gespielt (107 waren es zum Schluss, die 146 von Allen dabei das Höchste). Robertson hingegen verpasste seinen zweiten Titel in dieser Saison, nachdem er zum Start beim Riga Masters triumphiert hatte. Für Aufsehen sorgten auch Jack Lisowski - der das Halbfinale erreichte und wohl der konstanteste Spieler der bisherigen Saison ist - und Matthew Stevens. Für den Waliser war es der erste Halbfinaleinzug seit über fünf Jahren.

Das mit insgesamt sieben Centuries und vier weiteren Breaks von mindestens 50 Punkten gesegnete Finale begann mit deutlichen Vorteilen für Allen. Der Nordire nahm Robertson nach dessen vorgelegter 65 mit einer 72 noch den ersten Frame weg. Zwar schaffte der Australier mit einer 101 den sofortigen Ausgleich, doch die nächsten sechs Frames gingen allesamt an Allen. Der 32-jährige spielte mit Breaks von 108, 103 und 119 nicht nur drei Centuries in dieser Phase, sondern gewann auch die entscheidenden, umkämpften Frames. Vom 1:7-Rückstand erholte sich Robertson, der mit einer 93 immerhin noch den letzten Frame der ersten Session holte, nicht mehr.

Das hieß aber nicht, dass der Australier ein Comeback nicht trotzdem versuchen würde: Mit Serien von 84 und 121 verkürzte der Weltmeister von 2010 auf 4:7, ehe sich Allen den nächsten Frame erarbeite und mit seinem vierten Century (101) zum Midsession Interval wieder auf 9:4 davonzog. Mit einer 113 zeigte Robertson nach der Pause nochmal seine Klasse, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern. Nachdem der Australier nach 44 Punkten im 15. Frame den Tisch verlassen musste, erspielte sich der Nordire ruhig und stückchenweise seine benötigten Punkte zum Sieg.

Mark Allen macht mit dem Sieg in Daqing einen Sprung in der Weltrangliste und steht nun auf Platz 7. Gleichzeitig führt der Nordire vorläufig die Einjahresrangliste an. Jack Lisowski steht weiterhin unmittelbar vor dem Einzug in die Top 16, während Mark Selby mit dem Viertelfinaleinzug zwar den dritten Titel in Folge in Daqing verpasste, aber weiterhin die Weltrangliste anführt.

Da sowohl Mark Allen als auch Neil Robertson schon für das heute startende Champion of Champions qualifiziert waren, war bereits vor dem Finale klar, dass der letzte Startplatz dort ebenfalls an einen Nachrücker gehen würde. Luca Brecel ist damit genau wie Judd Trump, Ding Junhui und Barry Hawkins ohne einen Turniersieg beim Event in Coventry dabei. Direkt nach dem Turnier der Turniersieger geht es ohne Pause zu den Northern Ireland Open nach Belfast, dem zweiten Turnier der Home Nation Series.