Jimmy Robertson mit erstem Titel

Der Engländer feierte im Finale des European Masters einen Sieg gegen Joe Perry und gewinnt damit seinen ersten Ranglisten-Titel.

Der 32-jährige behielt trotz eines starken Comebacks seines Kontrahenten im rein englischen Finale von Lommel mit 9:6 die Oberhand. Robertson hatte mit 5:0 und 7:3 schon klar vorne gelegen, ehe Perry plötzlich seinen Spielfluss fand und das Match fast noch drehte. Jimmy Robertson ist damit der 62. Spieler, der ein Ranglistenturnier gewinnt und darf sich außerdem über einen Startplatz beim Champion of Champions freuen. Joe Perry hingegen verpasste seinen 2. Ranglisten-Titel und damit auch vorerst die Chance auf eine Rückkehr in die Top 16 der Weltrangliste.

Das mit Spannung erwartete Finale zweier Spieler, die nicht unbedingt aus dem Kreis der "üblichen Verdächtigen" kommen, hätte kaum schlechter für Joe Perry beginnen können. Vollkommen verunsichert fand der 44-jährige keinen Zugriff zum Spiel und sah sich mit einem frühen 0:5-Rückstand konfrontiert. Robertson nutzte solide seine Chancen und zeigte mit Serien von 65, 75 und 54 zudem das deutlich bessere Breakbuilding. Perry aber steckte nicht auf und steigerte sich nach der Pause ein wenig. Während sich bei Robertson der eine oder andere Fehler einschlich, konnte Perry die letzten drei Frames der ersten Session holen und den Schaden in Grenzen halten.

Die Hoffnungen auf ein Comeback konnte Jimmy Robertson in der zweiten Session zunächst früh in den Hintergrund drängen. Ein umkämpfter erster Frame ging nach einem starken Double auf Pink an den späteren Sieger des Matches. Auch im nächsten Frame legte Perry zunächst 56 Punkte vor, die allerdings erneut nicht zum Framegewinn reichten. Robertson konterte mit einer 75 zum 7:3, lochte dann aber in den nächsten drei Frames keinen einzigen Ball. Mit Wut im Bauch und plötzlich auch mit starkem Spielfluss holte Perry mit Serien von 106, 59, 60 und 110 drei Frames in Folge und verkürzte auf 6:7. Stark war dann aber die Reaktion von Jimmy Robertson: Der Engländer zeigte keine Nerven und machte mit Breaks von 54 und 108 den ersten Titel seiner Karriere klar.

Robertson, für den es schon das erste Halbfinale und das erste Endspiel seiner Karriere war, hätte durchaus schon früh im Turnier ausscheiden können, gewann er doch mehrere Matches erst im Decider und auf die letzte Schwarze. In Lommel setzte er sich gegen Zhang Yong (4:3), Zhou Yuelong (4:3), Anthony McGill (4:3), Mark Allen (4:2) und Mark King (6:4) durch, während Perry das Finale durch Sieger über Oliver Lines (4:1), Andrew Higginson (4:3), Kyren Wilson (4:1), Tian Pengfei (4:3) und Anthony Hamilton (6:3) erreicht hatte.

Der Triumph bringt Jimmy Robertson neben den 75.000 Pfund an Preisgeld außerdem einen Sprung nach vorne in der Weltrangliste ein. Auf Rang 26 ist der 32-jährige damit so hoch platziert wie noch nie zuvor, Perry rutscht auf Platz 18 vor. Weiter geht es in dieser Woche mit der Qualifikation zur International Championship, bevor ab kommenden Montag in Crawley bei den English Open der Auftakt der Home Nation Series stattfindet.