40 Jahre LochBar! Die WM 2017 (4)

Avatar of KathiKathi - 17. April 2017 - LochBar

Die LochBar wird einmal mehr ins Crucible verlegt – schaut vorbei, ihr seid herzlich eingeladen.

Gerade war hier vielleicht was los im Presseraum. Im Moment läuft Paul Collier mit einem iPad hier durch und erklärt Menschen in China per Video, dass das der Presseraum ist – aber eigentlich wollte ich etwas ganz anderes erzählen, während die Betfred-Crew hinter mir ein Video (mit Bet-Fred?) dreht. Jedenfalls, der Frame vorhin, den Stuart Bingham gestolen hat. Mit den zwei verschossenen Pinken auf die Mitteltasche. Und dem Kampf um Snooker von Bingham. Quasi als Revanche für gestern. Oh, jetzt hat Bingham gerade gewonnen. Auf zu den Pressekonferenzen, ich erzähle dann später weiter.

Okay, das wäre geschafft. Ebdon redet ja so gerne, dass ich mir vorsichtshalber ein Päckchen Erdnüsse mitgenommen hatte. Zurück zu dem Frame vorhin. Richtig spannend, oder? Natürlich wäre ich da gerne in der Arena gewesen, aber eigentlich war es im Medienzentrum sogar noch schöner. Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, woran es liegt, dass es so besonders ist, hier drinnen statt daheim im Wohnzimmer auf den Bildschirm zu gucken. Und da ist mir aufgefallen: Im Presseraum findet die einzige Art von Snooker-Public-Viewing statt, die ich bisher miterlebt habe. Draußen auf dem Tudor Square steht natürlich die ganz große Leinwand, aber bei dem Wetter ist es überdacht doch am schönsten. Es macht wahnsinnig viel Spaß, mit anderen Snookerbegeisterten gemeinsam die Sebastian-Vettel-mäßig abgefahrendsten Momente des Matches zu gucken. Tut man in der Arena zwar auch, aber da erstarrt man ja zur Salzsäure, während hier alle durcheinanderrufen. Das in Kombination mit der Leidenschaft britischer Journalisten für Wortwitze ist das ein gigantisches Erlebnis.

Gigantisch war die Nachmittagssession von Martin Gould und John Higgins eher nicht. Gould verschießt oder hat den lautesten Kick in der Geschichte des Snooker und dann legt der Higgins-Express los. Dafür war die Session von Murphy und Yan und Maike Kesseler umso spannender. Nichtsahnend bin ich nach dem Mid Session Interval doch noch einmal in die Arena gelaufen, um mir noch schnell anzusehen, wie Murphy unter Maikes Aufsicht zwei Frames mit Centuries gewinnt und seinen Performanceoptimierungsstatus auf Level “Ronnie im nächsten Match” updatet. Aber im Snooker kommt es eben doch oft anders und Yan, den ich schon in Berlin super fand, spielte auf einmal richtig gut und vor allem echt nervenstark.

Wenn er einen richtig guten Stoß hingelegt hat, hatte er so ein sympathisches Mini-Lächeln im Gesicht à la “YEAH, aber ich muss konzentriert bleiben”. Am Schluss hatte er so ziemlich die Hälfte des Publikums auf seiner Seite, würde ich sagen. Mit Recht!

So, dank dieser verrückten Session ist das eine ziemlich kurze LochBar geworden. Ich werde mir heute Abend noch ein bisschen mehr Snooker geben und wir lesen uns bald wieder.

Kathi