LochBarlin (4)

Avatar of KathiKathi - 03. Februar 2017 - LochBar

Jetzt hat der Mark gerade verloren und ich soll eine LochBar schreiben. Sagen wir also etwas Nettes über Anthony Hamilton, der sich mit Jimmy White eine Stylistin teilt. Anthony Hamilton findet Mark Selby fast so super wie ich. Und er hat auch fast so eine entspannte Pressekonferenz gegeben wie Mark Selby. Er hat auch fast so tolle Safeties gespielt wie Mark Selby. Also, einziger Fehler: Er ist nicht Mark Selby.

Aber das heißt ja nicht, dass uns keine hammermäßige Abendsession erwartet! Die Viertelfinalsession ist das Filetstück vom German Masters und dementsprechend hoch sind die Erwartungen. Wir wollen mindestens ein Maximum-Break. Und ein total einseitiges Match, in dem dir die Bälle fast um die Ohren fliegen. Dann noch bitte ein ewiglanges Match mit einer Extraportion Spannung. Heute Nachmittag hat man ansatzweise spüren können, wie es ist, wenn sich das ganze Tempodrom auf einen Tisch konzentriert. Eine wirklich ordentliche Zahl an Zuschauern war schon zur Nachmittagssession am Start und als dann nur noch Selby und Hamilton übrigblieben, war Gänsehautatmosphäre angesagt.

Klar, so eine entspannte Vier-Tisch-Session hat ihren Charme – wenn hier geklatscht und dort gequatscht wird. Wenn an allen Tischen synchron Rote gelocht werden, außer an dem von Stuart Bingham, weil der ja lieber den Spielball locht. Doch wenn nur ein Tisch bespielt wird, und all diese Menschen – so unterschiedlich viel sie auch über Snooker wissen ahem – einem einzigen Typen zugucken, der versucht, über einen drei Meter langen Tisch hinweg einen winzigen Ball zu versenken, dann ist das ein kleines bisschen absurd, aber vor allem ziemlich cool.

Und es macht mich sehr sehr glücklich, ein Teil von diesem Wahnsinn zu sein. Gleich während der allerersten Session am Mittwoch hatte sich Chris auf einmal neben mich gesetzt und das war direkt einer meiner Lieblingsmomente bei diesem Turnier. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass wir beide mal mit Presseausweisen beim German Masters rumhängen würden? Ich bin Ivan und Matt von World Snooker und der WPBSA sehr dankbar für ihr Vertrauen und die lieben Umarmungen.

Vor zwei Jahren hat der Spaß für mich so richtig begonnen. Hier in Berlin. Da war ich noch ziemlich schüchtern und hielt Ronnie für eine Lichtgestalt. Martin Gould hat mir damals Tee gemacht und dann war die Welt eigentlich in Ordnung. Und noch ein bisschen mehr war sie in Ordnung, als eine supernette Gruppe von Rollstuhlfahrern mich aufgefordert hat, mich doch bitte zu ihnen auf das Tribünchen zu setzen. Diese Einladung gilt bis auf Widerrruf, dass das klar ist.

Dieses Jahr war es einfach schön, die ganze Snooker-Truppe wiederzusehen – Kyra, Alex, Theo, Brendan, Martin, Michi,Matt, Ivan und noch so viele andere, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Es ist ein bunter Zirkus (mit ein paar extrem schrägen Vögeln) und ich möchte ihn nicht mehr missen. 

Uuuuuund dann gibt es ja noch die wundervolleTwitter-Tippspiel-Snooker-Familie. Das Treffen mit einem Haufen von euch inkl. dem Rolfinator war einfach nur super. Und danach bei Tom Fords 147 musste ich daran denken, wer das gerade zusammen mit mir über die ganze Arena verstreut anguckt (außer er / sie hat sich ausgerechnet dann eine Bratwurstgeholt). Besonders gefreut habe ich mich auch, dass ihr daheim die letzten Bälle noch sehen konntet. Ein fantastisches Gefühl. Denn Snooker wäre doch nur halb so schön, wenn wir es nicht alle zusammen gucken würden.

Damit: Tschüss aus Berlin!

Kathi

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