#147SanFrancisco

Avatar of KathiKathi - 15. Januar 2017 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Es ist gar nicht so leicht, über Snooker zu schreiben, wenn man ein halbes Jahr lang kein Snooker geguckt hat. Abgesehen vom finalen Finale der UK-Championship (Maaaaaark) und ein paar TV-Niederlagen von David Grace und Michael Georgiou jedenfalls. Aber was diverse Mainstream-Medien seit Jahren konsequent durchziehen, muss ja irgendwie auch bei mir funktionieren. Also: Ronnie O’Sullivan. So, da sind doch schon alle begeistert. An einen Spielernamen kann ich mich gerade noch erinnern. Was macht der grad so? Spielt er beim Masters mit oder ist er zu sehr damit beschäftigt, ein Buch darüber zu schreiben, wie er seine DNS in fünf Jahren in einen Snookerball übertragen lassen wird?

Wenn wir schon bei genialen Ideen sind: Alfie Burden. Echt jetzt? Karriere riskieren, sinnvolle Regeln brechen und dann bei den Wetten auch noch einen Haufen Geld verlieren? Na herzlichen Glückwunsch. Das Ganze verdient den Preis für die absolut dämlichste Aktion eines von mir interviewten Snookerspielers. Unter Progressionsvorbehalt allerdings, im Snooker weiß man ja nie, was da noch kommt. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss gleich mal den 10.000€-Schein, den ich von meinem nigerianischen Onkel geerbt habe, auf meine Tippspielprognosen setzen.

Wenn wir schon beim Tippen sind: In einen Text im Januar gehören natürlich Prognosen – die lassen sich jetzt gefahrlos raushauen, denn morgen ist nichts so alt wie die Lügenpresse von vorgestern. Der neueste Trend hier in der LochBar ist die Umgekehrteparaskevedekatriaphobieverschwörungstheorie. Ist euch aufgefallen, dass das Masters 2017 am Wochenende nach einem Freitag, dem 13., anfängt? GENAU WIE DIE WM-HAUPTRUNDE! Das kann nur eins von 13 Dingen bedeuten. Nämlich, wer das Masters gewinnt, wird auch Weltmeister. Außerdem entwickelt Shaun Murphy eine neue Ballpoliermaschine mit Poliermittel auf Basis von Peter Ebdons Haarprodukten. Bald sind also alle Snookerbälle auf dem Tisch karottenorange. (Oder „Oraaaaaaasch“, wie mein Physiklehrer zu sagen pflegte.)

Wenn wir schon beim Polieren sind: Habt ihr euch auch alle so gefreut, als Marco Fu vor Weihnachten nicht nur eine glänzende Uhr sondern auch eine ordentliche Trophäe in den Händen hielt? Er hat es sich sowas von verdient. Ob er jetzt auch beim Masters ein Feuerwerk aus der Uhr zaubert (Platz wäre in dem Ding ja)? Na ja, da müsste er wahrscheinlich irgendwann an meinem Lieblings-Situationselastiker Mark Selby vorbei und das ist ungefähr so schwer, wie an Andreas Wolff vorbeizuwerfen.

Wenn wir schon bei Fehlwürfen sind. Selbst viele Meilen entfernt merkt man in den letzten Monaten leider, dass ein paar Diskussionen in unserer schönen Community ziemlich weit danebengehen. Es geht hier nur um ganz ganz wenige Gespräche. Aber wer schreibt, egal wo, und sich an jemanden wendet, hat eine Verantwortung. Und wer ein „WANTED“-Plakat von jemanden an eine Litfaßsäule hängt, sollte sich das vorher ordentlich überlegen. Ich plädiere deswegen für ein bisschen mehr #147SanFrancisco, eine entspannte Hippie-Atmosphäre. Wir sind doch einfach ein Haufen Leute, die alle denselben Sport lieben, da muss man sich auch nicht immer ganz so ernst nehmen.

Und wenn ich hier schon die Hippie-Parolen ausgebe: Ich ruhe jetzt so in mir, dass ich fest vorhabe, das Spiel Stuart Bingham gegen Joe Perry in voller Länge und vorurteilsfrei anzusehen. So ein Auslandssemester verändert einen Menschen. (Vielleicht.)

Kathi

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