Pack Ma‘s

Avatar of KathiKathi - 27. Juli 2016 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Freunde, wir müssen Abschied nehmen. Zum Glück nicht so endgültig wie Stuart Bingham von der WM-Trophäe, sondern nur so Maaark-mäßig für ein Weilchen. Während ich auf der anderen Seite des großen Teichs in Kalifornien diverse SurfBars besuchen und nebenher ein bisschen studieren werde, geht der Snookerwahnsinn natürlich ungebremst weiter. Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit der lochbarfreien ersten Saisonhälfte (endlich Ruhe!) – vielleicht kann ich trotz Zeitverschiebung das eine oder andere Match gucken, aber wahrscheinlich bin ich da drüben so gut beschäftigt wie ein Papierwerkenergiegewinnungsanlagenrestaurateur auf einem Mini-Trampolin. Screenshots von Selby und meinen anderen Favoriten in action deshalb immer gern an mich!! ;-)

Was ich vermissen werde? Natürlich das Paul Hunter Classic in Fürth. Aber das werden wir wohl alle ein wenig vermissen, zumindest den European-Tour-Charakter der Veranstaltung. Die European Tour hatte aus der Kneipentour mit Snookerevent ein hochklassiges Snooker-Familienfest gemacht. Jetzt ist zu befürchten, dass in Fürth wie auch an den anderen ehemaligen ET-Spielstätten die Bierpreise wieder wesentlich anziehender sind als das Preisgeld. Die zahlreichen Absagen von Top-Spielern sind zumindest nicht von der Hand zu weisen. Was unverändert bleibt, ist hoffentlich der Enthusiasmus der Fans – und der könnte es sein, der das Paul Hunter Classic trotzdem zum Sommer-Highlight im Snookerzirkus macht.

Mein kalifornisches Snooker-Highlight könnte es werden, den einzigen Snookerclub in der Bay Area zu besuchen. Und der amerikanischen Version von Lasse Münstermann beim hochseriösen Training („This is the Snoo, Snoo, Snookagangstarap“) zuzusehen. Ganz so viele Tische wie in Vic’s Snooker Academy gibt es dort wohl eher nicht. Am Tag vor der WM hatte ich ja Gelegenheit, bei Vic und ihrem superfreundlichen Team vorbeizuschauen. Diese Akademie ist wirklich Snooker pur. Im Sinne von: Du kommst zur Tür rein und stehst direkt vor einem Tisch, neben dem noch ein Tisch steht, neben dem noch ein Tisch steht, und so weiter. Sonst gab es dort nicht viel Schnickschnack, Top-Tische, Top-Lage, Top-Trainer – hier geht’s sehr offensichtlich um Top-Snooker und nicht um hübsche Topfpflanzen. Ricky Walden war damals auch dort. Er wusste nicht mehr, wann sein erstes Match eigentlich beginnen würde, aber den Weg zum Tisch hat er zum Glück gefunden.

Abschließen möchte ich diesen Text mit einem ganz besonderen Schmankerl, nämlich meinem skurrilen Lieblingsmoment der diesjährigen Snooker-WM. Den habe ich mir extra für einen besonderen Anlass aufgehoben:

Ihr kennt ja alle Alan McManus, der uns im Crucible sehr viel Freude gemacht hat. Aber ihr kennt wahrscheinlich den portugiesischen Sportjournalisten nicht, der im Presseraum immer recht … nun ja … anhänglich ist und wirklich sehr gerne seine Artikel über Ronnie herzeigt, ob man die nun auf Portugiesisch lesen kann (/ will) oder nicht. Der Typ hat sich übrigens auch meinen Adapter über Nacht geliehen. Und wollte ihn dann am nächsten Morgen einfach weiter ausleihen, obwohl wir das … nun ja … anders verabredet hatten. Da musste ich ihm wohl oder übel einen bösen_Unterstrich_Blick zuwerfen. Offensichtlich sehr böse, denn Matt, der daneben saß, zieht mich immer noch damit auf. Okay, wo waren wir eigentlich? So kurz vorm Abflug lässt die Konzentration schon etwas nach.

Ach ja, der tolle Moment. Also, McManus hat gerade sein erstes Match der WM 2016 gewonnen und gibt eine Pressekonferenz, in der kluge Menschen wie Hector Nunns kluge Fragen stellen, aber eben auch wissen, wann’s wieder gut ist. Pressekonferenz vorbei, McManus erschöpft, Auftritt unseres portugiesischen Freunds. Er latscht zu Alan McManus rüber und haut – ohne sich vorzustellen oder auch nur irgendetwas anderes zur Begrüßung zu sagen – folgenden Kommentar raus: „McManus means hands in Spanish.“

Das, liebe Freunde, kann jetzt bis Weihnachten in euch nachwirken.

Man sieht sich!

Kathi

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