LochBar goes Crucible (3)

Avatar of KathiKathi - 18. April 2016 - LochBar

Die LochBar wird einmal mehr ins Crucible verlegt – schaut vorbei, ihr seid herzlich eingeladen!

Es gibt nur wenige Momente, in denen ich keine Lust habe, einen Text über Snooker zu schreiben. Gerade ist so ein Moment. Es ist Sonntagabend, ich sitze mit Matt und diversen Journalisten im Presseraum und gucke Graeme Dott gegen Mark Williams. Ziemlich leise ist es gerade, nur das Klappern der Tastaturen ist zu hören – die wichtigsten Texte sind schon abgeschickt, jetzt wird schon an den Geschichten von morgen gefeilt. (Sogar der richtig nervige Typ neben mir ist still und das bleibt hoffentlich auch so. Oh, nein tut es nicht, er fängt schon wieder an zu reden.)

Abends herrscht im Presseraum eine geradezu meditative Stimmung. Hier und da kommentiert jemand einen fallenden Ball oder fällt ein vernichtendes “He’s gone”-Urteil über Stuart Bingham, der dann den direkt den Frame gewinnt, aber das Match verliert. Ihr seht, es geht hier ganz schön philosophisch zu. Und manchmal auch ganz plötzlich sehr turbulent – nämlich immer dann, wenn die Radio-Menschen ihre Beiträge einsprechen. Egal was gerade im Hintergrund passiert – ob die Betfred-Jungs ein Video drehen, Rob seine typischen lustigen Flüche durch den Raum brüllt, oder ein Hologramm-Ufo landet – die Radio-Menschen ziehen ihren Text knallhart und fehlerfrei durch. Egal was ich eigentlich zu tun hätte, ich muss da zuhören. Nicht nur snookertechnisch, auch journalistisch kann man hier im Crucible einiges lernen.

Aber warum schreibe ich diesen Text dann so ungerne? Nun, es ist Sonntagabend. Montagmittag muss ich hier weg. Ich werde mir morgen noch ein paar Frames von Ronnies Match angucken – dafür werde ich bei Anbruch der Dämmerung im Crucible auftauchen, ein Handtuch auf meinen Presseplatz legen und für die diversen C-Promis keinen Zentimeter (Inch?) von diesem abrücken. Dann werde ich noch ein paar Ronnie- Sätze an diese LochBar dranpacken und mich vom Crucible und allen Snookerverrückten hier verabschieden. Das fällt mir nicht leicht – die sind alle wahnsinnig hier; und wahnsinnig super!

Womit das hier jetzt der richtige Moment für ein paar Danksagungen wäre:

DANKE an World Snooker für die Einladung! Ivan und Lewis sind einfach megasuperdupercool und lassen hier regelmäßig meine Träume wahr werden.

DANKE an Snookerbacker und Matt, die sich megasuperdupergut um mich gekümmert haben und die ich sehr lieb habe.

DANKE an Heidi und Michi, die sowieso megasuperdupersuper Freunde für mich sind.

DANKE an Chris, dank dem ich mich megasuperdupergarnicht um technische Sachen kümmern muss und der es schafft, meinen Sheffield-Trip schöner zu machen, ohne überhaupt hier zu sein.

DANKE an Ron, Rolf und die ganze Snooker-Familie für die superdupermegatolle Unterstützung und Wertschätzung.

So, jetzt kommt das, worauf ihr so lange gewartet habt! Aaaaaaaaaaah, Ronnay is in da house! Es ist 09:21 britischer Zeit und ich setze mich jetzt in die Arena und gucke, wie lange ich meinen Platz verteidigen kann… So früh sind gerade mal die Kameraleute und die Schiedsrichter in der Arena. Letztere machen wie immer Witze übereinander und setzen nebenbei die Bälle auf.

Gegen 9:40 Uhr kommt Bewegung in die Pressetribüne – ein Promi plus Promi-Anhängsel kommt und ein armer Journalist muss weichen. Ich habe meinen Platz erfolgreich verteidigt, ignoriere den mir unbekannten Promi gekonnt (macht irgendwas mit Musik, trägt Bart und einen seltsamen Mantel) und gucke zu, wie sich die Arena füllt und füllt und füllt.

Dann haut Rob Walker wieder ein geniales Vergessen-wir-dass-Montagmorgen-ist-Warm-up raus und der große Moment der Ronnie-Intro kommt näher. Alles, was Rang, Namen und eine Kamera hat, versammelt sich hinter den Kulissen.

Rob Walker macht das, was im Snooker keiner schafft und erhöht seinen 100%-Warm-Up-Success auf 200%-Ronnie-Intro-Success. Schade, dass seine Verrenkungen im Fernsehen nicht zu sehen sind, während Ronnie in die Arena schreitet. Mit Betonfrisur und -gesichtsausdruck.

Im ersten Frame der Session folgt dann eine eindrucksvolle Demonstration hochklassigen Lochspiels. Von David Gilbert. Inklusive Luxus-Roter über den ganzen Tisch hinweg. Auch von David Gilbert. Der Typ hat Nerven.

Im dritten Frame folgt dann aber doch die Ronnie-Show in der Live-Version. Und – Hype hin oder her – sein Breakbuilding mit den vielen kleinen, perfekt getimten Kontakten wirkt aus der Nähe sogar noch toller.

David Gilbert spielt trotzdem weiter fröhlich mit und ich verabschiede mich hiermit fröhlich aus dem Crucible. Es war wieder der Hammer!

Und in meinem Block stehen noch genug Anekdoten, um ein paar weitere Runden in der LochBar auszugeben, wenn ich wieder daheim bin. Für meine Stammgäste immer gerne. Und Stuart Bingham ist ab jetzt auch eingeladen.

Kathi

P.S.: GO MAAARK!

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