LochBar

Squishy Squash Squash

Avatar of KathiKathi - 17. Februar 2016 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

So, Freunde, kein langes Gerede, die Zeit ist bei diesem Turnier schließlich durchgängig knapp – vor allem die BBC muss ja früh ins Bett: Ab geht’s ins Highlight-Match der Welsh Open 2016! Mittwochvormittag, John Higgins gegen Michael Georgiou. „Oooooh, kein Rony!“, rufen die Massen. „Oooooh, ich will ein Pony“, rufen die Töchter der Massen. „Yay“ ruft es aus einem kleinen Dorf in Bayern. Und dann passiert das, was man im bisherigen Verlauf der Woche für unmöglich gehalten hatte: John Higgins verliert einen Frame. Das Bild auf dem Tisch ist ein wenig seltsam, 57er Break für Georgiou, dem nicht aufgefallen war, dass das Bild seltsam ist. Yeah, so gewinnt man einen Frame gegen einen Top-Spieler in Top-Top-Form. Ach so, der Rest des Spiels? Den hüllen wir jetzt à la Eurosport in einen schwarzen Mantel des Schweigens.

Gut, dann brauchen wir an dieser Stelle ein Alternativprogramm. Reden wir über Squash! Squash wird auch mit einem Ball gespielt, hab ich gelesen. Und ich dachte, es geht darum, möglichst dekorativ in einem kleinen Raum rumzustehen wie die bisherigen Gegner von Ronni das diese Woche so schön gemacht haben.

Die Bälle, mit denen man im Allgemeinen Squash zu spielen pflegt, sind nicht so bunt wie Snookerbälle, aber teilweise so langsam, als würden sie von Rod Lawler gespielt werden. Das findet der Squash-Connoisseur allerdings ganz toll, je langsamer desto professioneller. Die Profis beschleunigen die gaaaanz langsamen Bälle nämlich auf 200 km/h und wenn wir denen Ronie vorbeischicken, werden es vielleicht auch mal 300 Sachen. Herr O’Sullivan verwechselt diese Woche schließlich seine Spiele mit seinen morgendlichen Trainingseinheiten, joggt um den Tisch und beweist fast verloren geglaubte Ausdauer beim Lochspiel. Solange er nicht anfängt, das Tischtuch als Salat zuzubereiten, soll mir das Recht sein.

Eine ganz wichtige Regel beim Squash ist, dass man irgend so ein Brett nicht treffen darf. Genau das ist bei den Welsh Open aber mindestens einem der Gegner von Ding passiert. Seitdem ist das Massivholzbrett jedenfalls endlich nicht mehr vor Dings Kopf und er spielt wieder etwas, das an Snooker erinnert. Ein Maximum-Break zum Beispiel. Das ist doch schon einmal was. Wenn er so weiter macht, gewinnt er bei der WM vielleicht sogar einen Frame.

Squash bewegt sich als Sportart ja gerne mal etwas unter dem Radar des typischen Snooker-Fußball-Darts-Fans – genau wie sich Ben Woollaston und Joe Perry diese Woche fast schon heimlich ins Viertelfinale vorgespielt haben. Auch die beiden bräuchten dringend einmal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und zumindest einer hat wenigstens im Halbfinale dann die Chance, sie sich zu erspielen. Wenn einer der beiden es ins Finale schafft, spendiere ich eine Portion Lametta.

Mark Selby mag Squash bestimmt nicht. Der ist so lang, dass er wahrscheinlich dauernd vom Ball getroffen würde. Außerdem geht das doch alles ein bisserl zu schnell. Selby spielt lieber ein paar meditative Zen-turies und sieht bedeutend weniger verschwitzt aus. Hat doch auch was. Ach so, und wie war dann eigentlich Selby gegen O‘Sullivan? Upps, jetzt ist das Bild schon wieder weg. Kein Wunder, nach der schwarzen Misere.

Zum Abschluss noch meine Lieblings-Squash-Regel:  Sie heißt „Lend-Ball“ oder so – da muss man dem Gegner 125.000 £ überweisen, wenn ich das richtig verstanden habe.

Kathi

Nach Ladenschluss erreicht ihr die LochBar unter kathi@break-off.com. Aber das mit dem Antworten hab ich noch nicht so ganz raus. #careless

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