Auf ein (Frohes) Neues!

Avatar of KathiKathi - 01. Januar 2016 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Freunde, das mit dem Jahreswechsel ist schon verwirrend… Alle so: „NEUANFANG“ und wir so: „Hä? Die Snookersaison ist doch erst zur Hälfte rum?“. Und dann alle so: „Snooker?“

Man hat es nicht leicht als Snookerfan, schon gar nicht an Weihnachten oder Neujahr. Zuerst bekommt man zum zweiten Mal die gleiche Ronnie-O’Sullivan-Biographie geschenkt, weil die wohl als erstes auftaucht, wenn man auf einschlägigen Einkaufsportalen „Snuker“ eingibt. Wer Glück hat, bekommt einen liebevoll ausgesuchten Billiard(!)kugelschlüsselanhänger. Hach. Hat man das alles überstanden, folgt das allseits beliebte Abfragen von Vorsätzen für das neue Jahr. Pläne wie „mein höchstes Break ausbauen“ oder „zum ersten Mal nach Sheffield“ klingen für die liebe Verwandtschaft wie „Dachboden ausbauen“ und „Geld scheffeln“ und werden mit einem höflichen Nicken beantwortet.

Zum Glück haben wir die LochBar und die wunderbare Twitter_UnterstrichesindcooleralsBindestriche_Community als Rückzugsort. Damit wir gemeinsam ins neue Jahr feiern können, präsentiere ich hier die (natürlich) ultimative, hochpolitische, allgemeingültige und verbindliche Snooker-Wunschliste für 2016:

1)    Keine Toilettendiskussionen mehr. Nie mehr.
Kommt schon Leute, das will doch gar niemand wissen, wie oft Snookerspieler – nun ja – müssen und wie oft sie sich bloß die Hände waschen. (Ich möchte übrigens wirklich, wirklich hoffen, dass die zweite Zahl mindestens so hoch ist wie die erste.) Da der Snookersport ohne Grundsatzdiskussionen aber offenbar undenkbar ist, bin ich gerne bereit, eine Alternative vorzuschlagen: 2016 könnte das Jahr der Tischtuchfarbe werden! Apricot vs. Pfefferminz – was ist eleganter? Lila-mit-Glitzer fürs Shootout?

2)    Mehr Abwechslung bei den TV-Spielen.
Ich schaue mir Shaun Murphy gerne an. Mark Selby aus optischen Gründen noch etwas gerner. Aber das muss ja nicht gleich heißen, dass ich die beiden in jeder einzelnen Runde des Turniers sehen will. Bei den ET-Events wurde die Chance, den Star-Partien auch mal besonders spannende - aber weniger hochkarätige - Begegnungen vorzuziehen, besonders leichtfertig vertan. Der viel zitierte Robertson-fixierte Gelegenheitsfan wird im Zweifelsfall von einem kurzen Turnier in Mülheim oder Riga doch eh nichts mitbekommen. Und der Hardcore-Fan wird mit drei 4:0-Partien am Vormittag abgespeist. Na ja, die European Tour ist jetzt (fast) Geschichte, also müssen wir uns an den ganz großen Speck - ein volles Ranglistenturnier – wagen. Aber: Wer wagt, gewinnt! (Das Ende des Jahres ist ja auch die Zeit der geflügelten Worte.)

Ich weiß, da spielen sehr viele, sehr undurchsichtige Faktoren eine Rolle. Aber wenn wir ein Turnier mit verrückten Regeln und eines für Fake-Senioren aus dem Hut zaubern können, können wir doch mal ein Turnier lang die etwas anderen TV-Matches bringen.

3)    Ein neuer Snookerweltmeister. Irgendwer außer Stuart Bingham. Bitte!
Judd Trump könnte bestimmt ein neues Preisgeldauto gebrauchen. Und Xiao Goudong könnte immer noch vor Ding Weltmeister werden, das wär‘ doch was!

4)    Mehr lustige Videos von World Snooker.
Vor allem, wenn Mark Selby darin vorkommt.

5)    Mindestens genauso viele Magic Moments wie im Jahr 2015.
Ja, die englischen Snookerfans sind schon ein lustiges Völkchen. Da gibt man ihnen einen Spieler aus der Gegend, der es unerwartet ins Halbfinale schafft und vermutlich ein paar Bier und schon kommen sie aus dem Grölen nicht mehr raus. Die „Go David!“-Rufe für meinen offiziellen Lieblingsspieler David Grace im Halbfinale (Halbfinale!) der UK Championship (UK Championship!) waren für mich absolute Gänsehautmomente. Und Beweise dafür, dass im Snooker alles möglich ist. Wenn ich an die UK Championship zurückdenke, habe ich jedenfalls immer noch ein breites Grinsen im Gesicht.

Und ihr habt sicher auch ein paar Magic Moments auf Lager – immer her damit! Hoffen wir einfach, dass es 2016 so weitergeht.

6)    Paul Collier als Schiri im WM-Finale.
Es kann doch nicht so schwer sein!! Der Ausdruck „No-brainer“ wurde für diese Situation erfunden.

7)    Neue Hosen für Michael White.
Auch hier gilt: Das will doch gar niemand sehen.

8)    Dass die Gibraltar-Open auf jeden Fall erhalten bleiben.
Die spanischen Snookerfans sind schon ein lustiges Völkchen. Da kriegen sie ein Turnier an den allerseltsamsten Ort der Welt direkt vor die Haustür geliefert und alles was man in der Twitter-Welt von ihnen hört, ist Kritik. Das kann wirklich amüsant sein (Spanisch lernen lohnt sich!) – vor allem, wenn Zuuuuustände aufs Schärfste und mit viel Drama verurteilt werden, die bei der ET völlig normal sind.
Mein Tipp: Einfach mal den Flughafen im Dorf lassen. Wenn ich da an ein gewisses Turnier in einer Scheune in Fürstenfeldbruck denke…Man kann sowas auch einfach mal feiern.

9)    Eine Begegnung zwischen Rob Walker und seinem gibraltarischen Kollegen.
Das wär mal was, oder? „HESONFIREHESSTEPHENMAGUIRE“ trifft „the lightning that falls asleep between sky and earth, … , michael white“ – ein Traum! Da hilft dann auch das Riesentablett nicht mehr. Was damit wohl kompensiert werden sollte?

10) Ganz viele Wäscheklammern.
Die deutschen Snookerfans sind schon ein lustiges Völkchen. Da tauchen sie einfach mit Wäscheklammern bei Turnieren auf, gründen eine Twitter-Community und reden manchmal sogar mit sich selbst (da seid ihr gemeint, liebe Rolfs!). Und bevor der Spaß hier jetzt zu kitschig wird: Fühlt euch gedrückt – ich freue mich auf das nächste Jahr mit euch!

Zum Glück sind da jetzt zufällig genau zehn Wünsche zusammengekommen! Schließlich ist das laut Jahresrückblicks- und Vorschauverordnung Pflicht. Nicht, dass mir noch einer die LochBar dichtmacht. Die gibt es jetzt übrigens seit ziemlich genau einem Jahr. Und ich weiß immer noch nicht so recht, warum eigentlich. ;-)
In diesem Sinne: Prost!

Kathi

Nach Ladenschluss erreicht ihr die LochBar unter kathi@break-off.com

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