Live aus Kathis Wohnzimmer (1)

Avatar of KathiKathi - 24. April 2015 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Die Snooker-WM im Crucible ist immer auch irgendwie ein Debütantenball und das fällt natürlich besonders ins Auge, wenn man selbst zum ersten Mal die heiligen Hallen des Snooker betritt. Na klar, vor allem laufen da die alten Hasen herum – eine eingeschworene Gemeinschaft aus Dauerfans, Dauerspielern und Dauerorganisatoren. Aber dazwischen entdeckt man eben hin und wieder Leute, die noch tisch-grün hinter den Ohren sind. Woran sie zu erkennen sind? Nun:

- Der Neu-Zuschauer: Kann nicht glauben, dass Mark Selby gerade an ihm vorbeiläuft. Macht sogar noch 146 Fotos mehr vom Crucible als der Stammfan. Findet die leere Autogramm-Seite im WM-Programmheft nicht auf Anhieb.

- Der Neu-Spieler: Wird von den Neu-Zuschauern (s.o.) nicht erkannt. Rennt ggf. In voller Touri-Montur durch Sheffield (Anthony McGill). Verläuft sich Backstage (keine Namen).

- Die Neu-Bloggerin: Sieht anfangs panisch aus, weil sie vor lauter Sprachlosigkeit nicht weiß, was sie schreiben soll. Hat vor Aufregung ihren Notizblock wahlweise gerollt oder leporellogefalzt.

- Alle: Glucksen. Gerne, fröhlich und viel.

Was bemerken WM-Neulinge in der Arena? Ihnen fällt auf, wie winzig die Tanzfläche ist. Wie schön matt-rot der Teppich dieses Jahr wirkt. Wie nahe die Spieler an den Zuschauern an den Gegenspielern sitzen. Wie laut die BBC-Kopfhörer wirklich sind. Wie sehr es im Crucible um Nerven (Nährwen) geht. Und sie werden Zeugen einer Tanzaufführung der Kameraleute, das gehört dazu, zum Debütantenball. Die Kameramenschen arrangieren sich mit den Spielern und dem Schiedsrichter, sie scheinen Walzer zu tanzen. Sie komplettieren die Ball-Atmosphäre, ohne selbst einen Ball zu lochen.

Aus deutscher Sicht stand dieses Jahr das Debüt von Neu-Crucible-Schiedsrichter Marcel Eckart im Fokus – obwohl auch er keine Kugel versenkt hat. Gleich während der ersten Session kam er als Marker zum Einsatz und das sogar beim Spiel zwischen Mark Selby und Kurt Maflin. Während dieser ersten Hälfte der Partie feierten auch einige neue Spielzüge Premiere: Die crazy-cross-double-safety und der jump-shot-split (na ja, kein richtiger Jump Shot, aber den gab es ja dann ein paar Sessions später auch zu sehen). Erfunden hat beide Varianten Kurt Maflin, seines Zeichens kreativer Crucible-Debütant. Aber zurück zu Marcel, dessen erste Crucible-Partie das Spiel zwischen Stuart Bingham (fast keine Haare) und Robbie Williams (keine Haare) war. Frisurentechnisch hatte er das Ganze also locker im Griff und auch sonst gab es nirgendwo ein Wort der Kritik zu hören. Wie es wohl ist, im Crucible am Tisch zu stehen und auf die Spieler zu warten? Nun, ich meine, ein leichtes Glucksen gehört zu haben.

Kathi

Mein Block ist immer noch nicht leer. Da kommt noch was!

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