Live aus dem Crucible (2)

Avatar of KathiKathi - 19. April 2015 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Während der ersten Tage der WM tauschen wir ausnahmsweise den Reisschnaps gegen ein paar Pints im Graduate.

Zweiter Eintrag aus dem Crucible und wir sind wie in Berlin im weitesten Sinne schon wieder bei den Türen… Das wird hier noch zur Tradition und vielleicht verlege ich die LochBar irgendwann nach China.

Gleich zu Beginn, falls sich jemand fragt: Nein, es wird nicht langweilig, durch den Tunnel zu laufen, durch den auch die Spieler die Arena betreten. Das muss man nämlich “leider”, wenn man zu den Pressesitzen möchte.

Aber bevor man diesen magischen Gang betritt, muss man zunächst erst einmal rein ins Crucible Theatre. Dafür gibt es als Pressetante im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Stage Door oder Haupteingang.

Lustig ist eigentlich jeder der beiden Eingänge. Vor dem Haupteingang liegt der kleine, idyllische Platz mit der Riesen-Leinwand und – bei schönem Wetter – Riesen-Menschenansammlung. Ja, Menschenansammlung! Am hellichten Tag! Zum Snooker-Gucken! Sheffield lebt Snooker, das beginnt mit dem Plakat am Rathaus und endet mit der snookerspielerförmigen Topfpflanze vor dem Crucible.

CURSE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

CUUUUUURSEEEEEEEEEEEEEE!!!!!!!

Jetzt könnt ihr ja raten, wann ich diesen Text schreibe… Und dass Matt von Prosnookerblog sich einmal so unsachlich äußern würde, hättet ihr wohl auch nicht gedacht. Dafür hat er das Endergebnis des Selby-Spiels korrekt vorhergesagt, das muss lobend erwähnt werden. Hier jajaa estaba en el crucible, que bien lo pase, jajajajaja im Presseraum des Crucible muss man auf jeden Fall damit rechnen, dass wohlbekannte Blogger aus England oder Spanien (wer hat den eigentlich hier reingelassen?) den eigenen Blog-Eintrag kurz auseinandernehmen.

Apropos auseinandernehmen. Es sollte – falls sich noch jemand erinnert – mit der Stage Door weitergehen. Aber dann kam das Selby-Drama dazwischen. Was für ein Spiel! Die Aufholjagd von Kurt Maflin war beeindruckend. Und sie war ihm zu gönnen. Die Meinungen hierüber gehen in einer repräsentativen Expertenumfrage (Snookerbacker, Kathi) weit auseinander, aber ich finde, er sah ziemlich glücklich aus – da draußen in DER Arena.

Gewonnen hat trotzdem Herr Selby, in einem Selby-Trademark-Mini-Comeback-Decider (Copyright Mics, der eigentlich auch hier in den Presseraum gehört.). Und glücklich war der Mark dann auch. Sogar so sehr, dass er sich laut gefreut hat. Super, oder? Leute, die mit Emotionen ein Problem haben, sollten vielleicht die Sportart wechseln. Schach wäre vielleicht etwas. Oder Schwimmflügelaufblasen.

Bis zum Platzen aufgeblasene Schwimmflügel stehen im Übrigen symbolisch für die Atmosphäre in der Arena während der entscheidenden Phase der Begegnung. Walden und Dott waren schon fertig mit ihrer ersten Session, also konnte die Trennwand raufgefahren werden. Die allermeisten Zuschauer blieben, die Arena wirkte fast noch kleiner als sonst. Zwei Spieler, ein Schiedsrichter, unzählige Augenpaare gefühlt nur ein paar Zentimeter vom Tisch entfernt. Stille, Klatschen, vereinzelte “Come on”-Rufe. Kleine Breaks, Kämpfe um Snooker, Fehler, erstklassige Pots. Und am Ende ein erleichterter Mark Selby, der die Pressekonferenz mit einem “Whoop!” eröffnete. Dann war der erste Tag vorbei. Es war ein Whoop-Whoop-Tag.

Kathi

Zur Stage Door kommen wir das nächste Mal!

Comments are disabled for this post.

0 comments