Masters-Vorschau

Avatar of KathiKathi - 06. Januar 2015 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Einmal pro Monat öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Es wird umgebaut. Gerade noch haben Männer, die sich auf der Bühne gerne als Wasserbüffel mit Testosteronüberschuss präsentieren, im Alexandra Palace in London Pfeile auf Zielscheiben geworfen – flankiert von angehenden Playmates, Kühen, Superhelden und einer allgemeinen, anhaltenden Stimmung des Wahnsinns. Darts-WM heißt diese sehr coole Party mit integriertem Sportereignis. Doch die Party ist vorbei, es folgt die Gala im Ally Pally: Bald werden pfauengleiche Spieler grazil um einen Tisch stolzieren und versuchen, Bälle in ziemlich kleine Taschen zu versenken.

Während beim Darts ein immerwährender Wettbewerb der Spieler um das schlabberigste Shirt besteht, können Snookerspieler eigentlich nur durch stachelige Schuhe schlechten Geschmack unter Beweis stellen. Damit ist vor allem beim Masters wieder zu rechnen – die glänzendsten Fliegen werden hervorgekramt und manch make-up-affiner Spieler wird das Näschen sicherlich zweimal pudern. Denn das Masters ist so etwas wie die verspätete Silvester-Gala im Snooker.

Nur 16 Spieler treten an, es geht um vornehm viel Geld und die Stimmung ist tatsächlich ein wenig wie an Silvester: Ein paar Gäste werden wie jedes Jahr zu viel Alkohol erwischen und uns mit noch mehr „Go Ronnie“-Rufen beglücken als bei den anderen Turnieren. Glücklich sind selbige Fans wahrscheinlich auch darüber, dass per se nur die absolute Weltspitze antritt, die bekannten Namen. So bleibt ihnen leider erspart, sich damit auseinandersetzen zu müssen, wer zum Beispiel dieser David Morris ist und warum er gerade so gut spielt.

Das Masters ist in der Tat nur der Crème de la Crème der Top-Spieler vorbehalten. So sind Glamour und Glitzer garantiert, auch wenn sich seit einigen Jahren eher weniger glanzvolle Spieler wie Stuart Bingham einschleichen können. Aber seien wir ehrlich: Zu jeder Silvestergala gehört doch auch irgendwie ein Großonkel Gustav.

Bleibt die Frage, wer das prestigeträchtige Event dieses Jahr gewinnt. Besonders gute Chancen haben natürlich die Spieler, die den Mastertitel quasi schon im Namen tragen: Gewinnt deshalb vielleicht Mark Selby (Master of the Bs – Brinkmanship & Babies)? Oder gar Ding Junhui (Master of Science in Roboterspielweise mit passendem Gesichtsausdruck)? Oder doch wieder einmal Ronnie O’Sullivan (der unumstrittene Master of Desaster)?

Zum Glück werden wir es bald herausfinden. In diesem Sinne: Holt die Paillettenwesten heraus – nur noch ein paar Mal Nase pudern bis zum Masters!!

Kathi

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