LochBarTour

Avatar of KathiKathi - 13. Januar 2020 - LochBar

Ja ist denn schon der Lack ab von der frisch gestrichenen, glamourös glänzenden World Snooker TOUR? Auf diesen Gedanken konnte man jedenfalls bei Spiel von Neil Robertson gegen Stephen Maguire kommen: Ein ganzer Haufen Pixel einer Werbebande war ausgefallen und flackerte komisch-lila statt snookerball-rot.

Ganz unvermittelt und doch sehr wirkungsvoll hat sich World Snooker letzte Woche in die World Snooker Tour verwandelt – neues Jahr, neues Glück eben. Aber ist das ein echtes Rebranding, ein Wandel zum Besseren? Oder eher wie das zum Scheitern verurteilte Fitnessstudio-Abo, das man Anfang Januar abschließt, um sich auf dem Heimweg mit einem Stück Sahnetorte belohnen zu dürfen?

Es gibt Grund zur Hoffnung. Denn dieser Schritt war keinesfalls ein spontaner Schnellschuss wie ihn Stephen Maguire gerne abliefert. Nein, das ist eher ein Selby-Sechs-Minuten-Mammut-Projekt, das im August vergangenen Jahres schon ausgegoren war, als ich im Büro in New York vorbeigeguckt habe. Und das windschnittige neue Logo zeigt schon, dass Snooker jetzt bei der Trendsportarten-Tour mitmischen kann. Wenn kein Snookerspieler im Logo integriert wäre, würde ich glatt denken, wir hätten uns in einen Motorsport verwandelt.

Aber im Motorsport gewinnt immer Lewis Hamilton und die Masters-Tour zeigt bisher mehr denn je, wie nah die Weltspitze im Snooker beieinander liegt. Klar kann man von unerwarteten Ergebnissen sprechen, wenn Selby und Robertson nach 1,5 Tagen noch genau 0 Chancen auf den Titel haben. Doch beide sind ehrlich und verdient geschlagen worden – wobei bei Maguires Sieg-Grün-Tour bestimmt etwas Übernatürliches im Spiel war.

Zurück zur World Snooker Tour: Viel ist bisher seit der Namensänderung noch nicht passiert, was für den Fan an sich von Relevanz wäre. Wir warten weiter auf eine bedienbare Website, ein besseres Livescoring und einen attraktiveren Quali-Termin für das German Masters. Was wir bisher haben: Extravaganteste neue VIP-Tour-Sitze beim Masters, auf denen man praktischerweise gar kein Snooker mehr gucken muss. Wie innovativ! Man kann sich ganz und gar auf die kulinarischen und alkoholischen Ablenkungen konzentrieren. Aber hey, niemand muss diese Tickets kaufen. Und wenn so Geld in die Tour-Kasse kommt, mit dem man finanziell schlechter gestellte Events quersubventionieren kann, bitteschön.

In diesem Sinne: Es wird sich schon alles finden. Der erste Schritt in eine modernere Zukunft ist getan. Jetzt warten wir geduldig auf die essentiellen Verbesserungen und erfreuen uns in der Zwischenzeit an der neuen Marke und den Luxussitzen. Ausgefallene Pixel kannst du von da oben nach drei Gläsern Champagner eh nicht erkennen.

Kathi

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