Iss mal ein Snuckers

Avatar of KathiKathi - 17. November 2019 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Da kommst du nach drei Monaten aus der Snookerversenkung zurück und eigentlich ist alles beim Alten. Trump gegen Higgins in Endlosschleife, Mark Allen reißt in der Heimat gar nichts, Mark Selby braucht inzwischen sechs Minuten pro Stoß und kann trotzdem über sich selbst lachen. Hinter mir liegt eine fantastische Zeit in den USA. Neben dem Shopping und den Studien war mir die Snookermissionierung Kaliforniens natürlich ein wichtiges Anliegen. Den typischen Dialog, den ich von San Francisco bis Los Angeles so oder so ähnlich dutzende Male geführt habe, will ich euch nicht vorenthalten:

Andere Person (AP): Wie hieß noch einmal diese Sportart, die du magst?

Ich: Snooker meinst du?

AP: Snocker?

Ich: Snooker.

AP: Snucker. Mit den Pfeilen, oder?

Ich: So ein bisschen wie Pool-Billiard, aber cooler.

AP: Wie kann denn etwas ein bisschen wie Pool sein, aber nicht einfach Pool?

Ich: Na ja, der Tisch ist zum Beispiel größer und du musst immer rot und Farbe abwechselnd lochen – außerdem ist es viel taktischer. UND COOLER.

AP: Ach, also einfach andere Reihenfolge als beim Billiard. Und warum guckt man das?

Ich: …. Ähm …. Es ist immer sehr spannend, quasi Schach und Geschicklichkeit in einem.

AP: Und wie lang geht so ein Match?

Ich: Joa, also ich darf ja oft bei der WM dabeisein und das WM-Finale dauert zum Beispiel zwei Tage.

AP: …

AP: …

AP (extrem laut zu weiterer Person (WP) im Raum): KATHI IST EINE SNUCKER-EXPERTIN, SO COOL!

WP: Shnocker?

AP & ich: SNUCKER!

Das Ganze lief also nur so medium erfolgreich, ähnlich wie die Saison von Ding. Und während ich auf der anderen Seite des großen Teichs die schöne Snookerwendung “ton up” also nur zur Beschreibung der Größe meines Burritos verwendet habe, hat sich die Snookerwelt natürlich weitergedreht. Bruchstückhaft drang zu mir durch, dass jetzt bei den Home Nations Strip-Snooker ohne Weste gespielt wird – das ließe sich in Vegas bestimmt bestens vermarkten. Dachte ich zumindest, bis ich die Hemden von den Schiedsrichtern gesehen habe. Ansonsten hat die Metropole Dornbirn jetzt ein eigenes Snucker-Turnier – und wenn es aus München schon unangenehm ist, dort ohne Auto hinzukommen, wird das bestimmt ein Highlight für Neil Robertson.

Aber wenn du dann ein schönes Selby-Break am Montagnachmittag siehst, dir den neuesten Twitter-Blödsinn von Ali Carter reinziehst (spielt der eigentlich noch?), unter #147sf zum Lachen gebracht wirst und Ashley Hugill mal wieder die Challenge Tour rockt, ist es wirklich schön, wieder daheim in der Snookerwelt zu sein. Und die Vorfreude auf Berlin wächst mit jedem Tag. In diesem Sinne: Iss öfters mal ein Snuckers – du bist nicht du, wenn du zu lange kein Snooker guckst.

Kathi

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