LochBar

Wird hier scharf geschossen?

Avatar of KathiKathi - 24. Februar 2019 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Nein, das kann ich nicht bringen. Oder vielleicht doch? Es juckt mich in den Fingern. Alles in meinem Gehirn sträubt sich. Aber da ist diese unbändige Verlangen, es jetzt einfach rauszuhauen. Okay, es muss sein: “WELCOME TO THE COLOSSEUM WAAAAAAFAAAAAAAA!!!!”

Ah, das tut gut! Fehlt er euch auch so, der John McDonald? Der Mann, der mit nur einem – seinem einzigen – Satz das Snooker Shootout geprägt hat. Der die lauten, ja teilweise abgewrackten Akzente gesetzt hat. Dieses Jahr muss es das Publikum allein richten. Wobei, Jimmy White ist ja auch noch da – diesmal als Spieler und Experte und überraschenderweise sogar semi-erfolgreich.

Aber gut, was ist beim Shootout schon nicht überraschend? Drama gibt es hier immer genug und ich bin mir ziemlich sicher, dass Peter Devlin demnächst eine entsprechende Rap-Nummer rausbringen wird. Für ihn hat es mich sehr gefreut, dass es immerhin bis in die zweite Runde gereicht hat. Denn das ist – neben großen Profiten für die Getränkehersteller und dem Nachdenkverbot für Spieler, die sonst zu viel nachdenken (kaum zu glauben, ich weiß) – der große Beitrag des Shootouts in der Snookerwelt. TV-Spiele für alle, egal ob Rang 6 oder 86. Die Chance, mal zu zeigen, wer man ist. Und wie man Snooker spielt, wenn man gerade nicht von Mark Selby mit 0:4 nach Hause geschickt wird. Der Versuch mit den Nachwuchsspielern als Wildcards hat (bis auf berechtigte moralische Überlegungen, aber das hier ist ja eher eine YELLOOOOW-Kolumne) gut funktioniert – jedenfalls besser als der mit den Spielerinnen als Wildcards. Über Ben Mertens wissen wir jetzt, dass er geradezu absurde Bälle lochen kann, aber an seinem Breakbuilding arbeiten muss. Ryan Davies ist in Sachen Coolness für sein Alter ein Schneemann vor dem Herrn. Jak Jones ebenso.

Michael Holt muss da noch ein wenig üben. Es ist schon auffällig, wie viele Miscues und andere absurde Stöße beim Shootout passieren. Sehr sympathisch. Unsympathisch fand ich gestern die Snookergötter – zumindest in einigen Spielen meiner Favoriten. Dem einen fehlt eine halbe Sekunde, dem anderen bleibt das Queue am Logo kleben. Auch das ist das Shootout. Dafür darf Steven Hallworth heute seine weibliche Fanbasis wahrscheinlich mal wieder verdoppeln. Und Allan Taylor liefert hoffentlich ein frameentscheidendes Break ab, das es ihm erlaubt, bei den letzten Bällen ein paar Spielerkollegen zu imitieren. Lukas Kleckers ist mit der Hälfte seiner üblichen Stoßzeit immer noch im Rennen und das werde ich ihm beim nächsten 70-Minuten-Frame definitiv vorhalten. Und Graeme Dott holt sich jetzt vielleicht endlich mal diesen Titel. Aber wer weiß das schon, sicher ist beim Shootout ja nichts. Außer, dass uns ein spaßiger Tag bevorsteht – im COLOSSEUM WAAAAAAFAAAAAAAA!!!!

Kathi

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