LochBar

Der Große Jahresrückblick 2019

Avatar of KathiKathi - 30. Dezember 2018 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Endlich ist das Jahr vorbei und für die Jahresrückblickschreiber beginnt die kurze Zeit im Scheinwerferlicht. So viel muss nachbesprochen, wiedergekäut und prophezeit werden – dafür würden zwölf Monate gar nicht reichen! Denn nicht nur geht ein Jahr zu Ende, es fängt auch gleich – wer hätte das gedacht – ein neues an. Stress pur. Doch es handelt sich um positiven Stress, um einen Rausch-Zustand geradezu, denn nichts lässt sich so gefahrlos schreiben wie ein Jahresrückblick oder die unvermeidliche Vorschau. Du hast etwas vergessen? Ach was soll’s, das haben die anderen doch dreimal vergessen. Du liegst komplett daneben mit deinen Vorhersagen? Na und, das überprüfen die Leser im nächsten Jahr so sorgfältig wie die SPIEGEL-Dokumentation. In diesem Sinne: Herzlich Willkommen zum Silvesterabend-Sektfrühstück in der LochBar! Es wird Zeit für die ultimative Jahresrückblickquizchartshow 2019, in der wir schon jetzt besprechen, was wir in 12 Monaten in den Jahresrückblicken lesen werden:

  • Es gibt neuerdings Snookerstrom. Snooker-Strom! Ich wünschte, mir wäre das als Gag eingefallen, aber es passiert tatsächlich. Da saß wirklich jemand daheim auf dem Sofa und dachte sich, dass die Welt sowas dringend bräuchte. 2019 wird die Snookerpower natürlich so eine hochspannende Erfolgsgeschichte wie Power Snooker. Und die genialen Köpfe dahinter werden mit neuen Produkten aufwarten. Worauf wir uns also im neuen Jahr freuen können? Snooker-Socken. Snooker-Silberbesteck. Snooker-Sonnenblumenöl. Snooker-Seife. Ach Moment, daraus könnte echt was werden – eine (mehr als) ausreichend lange Händewaschdiskussion hatten wir 2018 ja.
  • Auch 2019 wird – nicht zuletzt hier in der LochBar – weiter auf MOD angestoßen. Nicht nur ist er meine erste richtige Vorhersage aller Zeiten, er spielt auch einfach wahnsinnig gutes, unaufgeregtes (manche würden sagen: langsames) Snooker. So ein bisschen wie Mark Selby in noch blasser und noch dünner. In jedem Fall sehr erfolgreich und mit guten Aussichten auf den “Spieler des Jahres”-Award. Bitte mehr davon!
  • Der Sightright-Streit spitzt sich 2019 zu. Es wird immer schlammiger und ich rechne fest damit, dass das Drama spätestens bei den World Snooker Awards in einer Fressalienschlacht eskaliert. Wer da wem wie viel Geld schuldet und was genau die vertraglichen Bedingungen waren, kann man in jedem drittklassigen Kitschroman nachlesen. Ob dagegen Sightright wirklich etwas bringt und worum es sich dabei eigentlich handelt, bleibt weiterhin schleierhaft. Da werden sich die Snookerstromanbieter einige Tricks abgucken.
  • Wenn wir schon bei Dingen sind, die viele für völlig sinnfrei halten: Das Shootout geht in die nächste Runde. Diesmal sogar bei Eurosport. Es wird auf jeden Fall interessant zu sehen, ob Rolf überhaupt so schnell kommentieren kann, wie der amtierende Champion Michael Georgiou ein Century spielt. Eine spannende Angelegenheit, stilvoll untermalt vom “YELLOW”-Gegröle des Publikums. Es wird ein Fest!
  • Mark Allen war für mich der Spieler des Jahres 2018. Nicht nur, weil die 92’er Jungs eh schon genug Aufmerksamkeit bekommen haben. Er hat fantastisch gespielt, ist sich treu geblieben (ohne ausfallend zu werden) und hat nach wie vor immer Zeit für alle. Seine Frau wird ihn 2019 dazu ermutigen, einen Fitness-Instagram-Account zu eröffnen. Mark Allen auf einer Yogamatte am Strand. Mark Allen mit Gewichten in der Hand – und damit sind ausnahmsweise nicht die Eimer mit den XXL-Chickenwings gemeint. Mark Allen vor dem Spiegel im Fitnessstudio mit einer Topfpflanze vor dem Bauch. So lernen wir eine ganz neue authentische Seite von ihm kennen. #einTraum #goals.
  • Absteiger des Jahres 2019 wird leider das Paul Hunter Classic. Vermutlich wird man von der kommenden Ausgabe so viel hören wie von einer Exhibition in Bulgarien. Was nicht heißen soll, dass sich ein Ausflug nach Fürth nicht lohnt! Schon wegen der Eisdiele sollten wir dort alle auftauchen. Wem aber eher nach Familientreffen als bezahltem Star-Schaulaufen ist, dem seien die Vienna Snooker Open ans Herz gelegt, die hoffentlich wieder im Mai in Wien stattfinden.
  • Gut, oder ihr bleibt einfach bei Twitter, wo das Snooker-Gruppenkuscheln 2018 so groß war wie nie. Hättet ihr gedacht, dass aus “denen von Twitter” und “denen aus dem Forum” mal eine solche Gemeinschaft werden würde? Eigentlich läuft es fast zu gut. Daher kommt Eurosport 2019 auf die großartige Idee, das alte Forum wieder zu öffnen. Gut, das wird nicht schwer: Einige sitzen bestimmt immer noch da, drücken regelmäßig auf F5 und schwelgen in alten “Mäckweia”-Witzen. Womit wir dann beim Gruppen-Gruseln wären.
  • Und wer wird Weltmeister? Mark Selby natürlich, der sich den Ranglistenplatz an der Sonne nicht wegnehmen lassen wird (ein bisschen echte Sonne würde seinem Teint guttun). Das Finale gewinnt er gegen Judd Trump, der daraufhin seine Karriere beendet und eine K-Pop Band gründet. Die Frisur stimmt ja schon mal.
  • Rolf hat es wieder getan. Ronnie tut es ständig. Noch mehr Leute tun es mit Ronnie. Die Rede ist natürlich vom Bücherschreiben. 2019 freuen wir uns auf ein paar ganz tolle Neuerscheinungen:

o   Jimmy White: “Auf Reisen mit meiner hübschen Freundin – eine Auto-Biografie”

o   Der andere White: “Schwarzsehen für White – wie ich meine Karriere gegen das Tischbein fuhr”

o   John Higgins: “0 Bock und 1000 Siege – der gelangweilte Weg zum besseren Spiel”

o   Andreas T. und Chris Ö.: “92 Luftballons – die schönsten Lobeshymnen der Snookergeschichte”

o   Jimmy Robertson: “In geheimer Mission – wie mich immer noch niemand auf der Straße erkennt”

o   (Kathi H.: “Wie viele Gedankenstriche hält ein Buchtitel aus – ein Streitselbstgespräch”)

o   Anonym: “Shootout 2019 – die schönsten Beleidigungen im großen Bildband”

Damit kommen wir zum Ende der Jahresrückblicksvorschau und am Schluss soll diese kleine Variation eines genialen Spruchs von Snookergott Oliver Kahn stehen: Jetzt ist alles gesagt. Und zwar von allen.

Kathi

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