LochBar

Frames Fürth die Ewigkeit

Kathi - 26. August 2018 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Boom und schon ist wieder Sonntag. Die Achtelfinals stehen an und so langsam wird es ernst im Turnier. Für einige ist es das erste Achtelfinale überhaupt, für andere die beste Chance, endlich mal ein Turnier zu gewinnen. Da ist Spannung vorprogrammiert, auch wenn Ronnie nicht am Tisch steht. Vielleicht auch gerade weil Ronnie nicht spielt. Die vielen Zuschauer verteilen sich jedenfalls gleichmäßig – kein Wunder, denn das Niveau ist an allen Tischen hoch.

Jack Lisowski macht kurzen Prozess mit Jimmy Robertson, der sich dank Kleckers und Lawler die Nacht um die Ohren schlagen musste. Wenn Lisowski gut spielt, spielt er eben RICHTIG gut. Gegen den jüngsten im Feld, Peter Lines, verliert er dann allerdings im Decider. Auch das ist Jack Lisowski.

Chris, Betty und ich gucken derweil Jackson Page gegen Scott Donaldson. Vielleicht mein Zweitlieblingsmatch in diesem Turnier, denn es ist einfach ein richtig gutes, unterhaltsames, glücklichmachendes Spiel. Wer nur auf die allerbekanntesten Namen setzt, verpasst in Fürth oft die wahren Highlights. Beide hauen schöne Breaks raus und spielen streckenweise richtig gute Safeties. Lustig wird es, als Donaldson in der Mitte des Tisches versucht, eine Rote sehr seltsam und quasi rückwärts noch in die Mitteltasche zu lochen. Rot fällt nicht, dafür landet der Spielball mit ordentlichem Tempo schnurgerade in der Ecktasche. Da muss er selbst fast lachen. Und gewonnen hat er dann auch. Auch das Viertelfinale hat er – inklusive 40-Minuten-Frame –  mittlerweile überstanden, was mich sehr für ihn freut. Da geht noch was!

Ich habe mich dafür entschieden, statt der Halbfinals und des Finales lieber noch das Challenge Tour Event am Montag mitzunehmen. Damit ist das Paul Hunter Classic in seiner aktuellen Form für mich jetzt Geschichte. So viele tolle Erinnerungen habe ich diesem PTC / ET / Ranglistenturnier zu verdanken: Hier habe ich zum allerersten Mal mit einem echten Snookerprofi geredet (David Grace natürlich), mittlerweile schicken wir uns wöchentlich Katzenfotos. Hier habe ich bei unzähligen Matches in der ersten Reihe mitgelitten, ich habe Ronnie gegen Selby live gesehen und viele Snookerfreunde umarmen dürfen. Ich habe am selben Tag in vier verschiedenen Sprachen über das Turnier berichtet und festgestellt, dass ich das nie wieder machen werde. Ron und Chris haben beide selbst hier gespielt und was ihnen das bedeutet hat, habe ich ansatzweise mitbekommen. Und dieses Jahr durfte ich aus wenigen Metern Entfernung das allererste Maximum von Michael Georgiou miterleben.

Meine Emotionen sind also auf Maximalstand – zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Event verändern muss und wird. Wo die Reise hingeht, ist noch nicht ganz absehbar. Wichtig ist aber, dass wir alle an Bord sind. Denn – wie ich in einigen ernsteren Gesprächen vermittelt bekommen habe – ist es entscheidend, das Turnier jetzt irgendwie zu erhalten. Vielleicht folgt eine kurze Dursttrecke (wobei, Bier gibt’s hier ja immer), aber der nächste große Angriff auf Glanz, Gloria und Ranglistengeld kann nur funktionieren, wenn wir das Paul Hunter Classic nicht einschlafen lassen. Wir haben Unterstützung – von Profis, Turnierdirektoren, Schiris und der WPBSA. Alle lieben Fürth. Kein Wunder! Und in welchem Modus auch immer hier nächsten Sommer Snooker gespielt wird: Das Paul Hunter Classic wird - wie in den bisherigen Jahren - unfürthgesslich sein.

Kathi

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