LochBar

Das Break danach

Kathi - 26. August 2018 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Was passiert, wenn ein Spieler ein Maximum gespielt hat? Richtig: Alle (wirklich ALLE) gratulieren, was ich einfach wahnsinnig süß finde. Wenn wir in Fürth sind, legt noch jemand eins nach. Chris kommt vom Essen wieder. Und: Der Spieler, der die 147 rausgehauen hat, spielt absolut grottig weiter. So war das auch gestern bei Michael Georgiou – nach einem hohen Break zum 1:1 und DEM Break schlechthin musste ich im weiteren Spielverlauf mit 20er Breaks mehr als zufrieden sein. Was gerade noch traumwandlerisch gelocht wurde, wird plötzlich auch vom Spot verschossen. Einfachste Bälle werden zum unlösbaren Problem, das Publikum sitzt fassungslos daneben. Genie und Unsinn liegen da sehr nah beeinander.

Der Samstag war für mich beim Paul Hunter Classic quasi ein Frame-nach-dem-Maximum-Tag: Nichts lief so recht zusammen. David Grace nach mühsamer Quali schon in der ersten Runde raus. Schlechtes Wetter. Eine Klimaanlageneinstellung, die mich gefühlsmäßig an den Nordpol versetzt (während andere T-Shirts tragen), was aber auch am feierbedingten Schlafmangel gelegen haben könnte. Und trotzdem wird das hier keine MissglückterlochversuchBar:

Denn ein Turnier bietet immer so viele schöne kleine Momente, über die ich mich an solchen Tagen ganz besonders freue: Endlich mal wieder mit Snooker-Freunden zu plaudern, die ich sonst nur auf Twitter sehe und die fast noch begeisterter sind als ich. Endlich mal Zeit für eine Apfelschorle mit Paul Collier, der die besten Geschichten über Paul Hunter und die lustigsten über unselbständige aktuelle Profis raushaut. Endlich mal Simon Lichtenberg kennengelernt, der auch gleich sein Auftaktspiel gewinnt und extrem sympathisch ist. Außerdem habe ich (warum auch immer) nach sechs Jahren oder so mal wieder einen Spielerpass geschenkt bekommen, danke Joe Swail – wer ihn gewinnen will, schreibt mir auf Twitter, welches Maximum das coolste aller Zeiten war. Achtung, es gibt nur EINE richtige Antwort! ;-)

Gerade fällt mir auf, dass das hier ein Snookerblog ist. Was ist eigentlich an den Tischen passiert? Ein Highlight für mich war der 147-Versuch von Rob Milkins mit deutschem Live-Kommentar von David Grace. Ach, und Matt Selt wurde bei seinem Versuch wohl auch abgeblockt. Der arme Shaun Murphy war ziemlich schnell wieder draußen - überzeugt haben dafür die Meganachwuchsspieler Ben Mertens (13 Jahre alt und aus Belgien, nicht aus China) und Peter Lines.

Insgesamt ist das ein ziemlich schönes Line-up für die Achtelfinals. Einige Spieler sind zum ersten Mal überhaupt so weit gekommen. Freuen wir uns auf sie und mit ihnen!

Kathi

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