LochBar

Fast wie früher?

Kathi - 24. August 2018 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.

Fürth ist das Wohnzimmer des Snookersports, dazu ist schon viel geschrieben worden. Nirgends sonst ist dieser Sport so nah, so freundlich, so gemütlich. Doch dieses Jahr ist etwas anders. Plötzlich mussten wir uns fragen, ob in unserem komfortablen Wohnzimmer noch alles beim Alten sein würde – oder hatte Tante Pekunia heimlich alles umgeräumt? Die vielen Absagen der Top-Spieler haben diese Frage aufgeworfen. Denn was letztes Jahr noch als leichte Schwächephase angesehen wurde, ist nun ein handfester Abwärtstrend. Wie würden die Zuschauer reagieren? Würde die Atmosphäre darunter leiden? Schließlich vermisste jeder Zuschauer wohl gleich mehrere Lieblingsspieler – bei mir sind das vor allem Martin Gould (mit wem esse ich denn jetzt meinen Eisbecher?) und Mark Selby.

Doch schon der erste Blick ins Wohnzimmer verrät: Es ist fast alles wie früher! Fast so viele Zuschauer wie sonst. Schnelle 4:0-Siege und daneben ein 4:3-Rumgewürge. Jemand hat vielleicht die teuerste Vase aus dem Wohnzimmer rausgenommen, aber nach fünf Minuten hat die doch eh jeder vergessen. Peter Ebdon im Gespräch mit den Fans, Mark King fünf Minuten vor Matchbeginn noch nicht umgezogen, David Grace nicht zu übersehen. Fast wie immer.

Neues gibt es natürlich auch zu entdecken. Gerade hatte ich Glück und hatte beim Spiel Einsle gegen Muir eine ziemlich perfekte Perspektive, um eine Kombination auf die Ecktasche zu beurteilen. Das ist mir bisher selten passiert. Freunde, ich hab wirklich versucht, für euch das Match von Patrick Einsle zu gucken. Aber ganz ehrlich, beim Spiel von Ross “Der glitschige Handschuh” Muir gegen Patrick “Der gebrochene Arm” Einsle hab ich keinen Frame lang durchgehalten. Trotzdem natürlich Glückwunsch zur geschafften Qualifikation an Patrick!

Während ich Allan Taylor am frühen Morgen dabei zusehe, wie er Rory McLeod mit 4:0 heimschickt, brennen sie zwei Tische weiter die Hütte ab. Na ja, ganz so viele Leute sind noch nicht da, aber für eine Gartenlaube reicht es. Richtig lauter Jubel, da muss es bei Brian Cini gegen Sean O’Sullivan wohl ein Century gegeben haben. Ich gucke rüber: Das Break endet bei 98 für Cini. Fast! Und das ist in Fürth dieses Jahr ein Grund zum Feiern.

Noch viel lauter wurde es später dann beim Maximum-Break von Michael Georgiou. Das muss gleichzeitig auch eines der schnellesten gewesen sein, so kam es mir zumindest vor. Bei 104 hat meine Herzfrequenz ungeahnte Höhen erreicht. Bei 120 dachte ich, ich kippe gleich um. Es ist mir wirklich schleierhaft, wie man so ein Maximum überhaupt durchziehen kann! Dieser Druck, die ganzen aufgeregten Blicke, die Stille. Alles wird plötzlich wahnsinnig intensiv. Und als es dann geklappt hat, war da nur noch Snooker-Freude hoch 147. Ein absoluter Traum! Gleichzeitig auch eine gute Antwort auf die Frage, ob denn ohne Selby und Konsorten das Niveau nachlassen würde. Das war nicht fast super. Das war oberhammermegasuper. Danke dafür, Fürth!

Kathi

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