LochBarlin – Nächste Runde (3)

Avatar of KathiKathi - 04. Februar 2018 - LochBar

Ist heute echt schon wieder der letzte Turniertag im Tempodrom? Muss das Turnier immer so schnell vorbeirauschen wie Ronnie auf der Flucht vor den Fans? Während ich das hier schreibe, ist Mark Williams im Finale gerade auf dem Weg zum 4:1, also könnte das Endspiel heute Abend sogar extraschnell vorbei sein. Andererseits haben wir diese Woche gerade von Dott auch schon tolle Comebacks gesehen. Das Tempodrom ist eben für Überraschungen aller Art zu haben.

Wenn wir schon gerade von Überraschungen reden: Gestern Abend standen Chris und ich kurz vor der Session unten in der Arena und unterhielten uns darüber, wie unfassbarunglaublichkrassmegahypercool es ist, dass wir kurz vor Sessions unten in Arenen stehen dürfen. Da machte es leise plopp neben uns, es roch nach Schmorbraten und die Lichter über dem Tisch gingen aus. Klarer Fall, das Leberkäsvernichtungsgen im Kabel war gerissen und dann fliegt natürlich die Sicherung. Das war an sich ziemlich lustig – vor allem, weil Halbgott Ronnie plötzlich im Halbdunkel stand. Weniger lustig war es für die Eurosport-Crew und vor allem für Colin Murray, der keine zehn Sekunden später - von diversen Kameras begleitet - live auf Sendung in die Arena spazierte und neben dem Tisch weitermoderieren sollte. Wirklich bemerkenswert, wie er keine Millisekunde lang irritiert guckte, sondern mit Prinzregent Jimmy über das anstehende Halbfinale plauderte.

Und plötzlich gingen die Lichter wieder an! Gute Neuigkeiten, denn Snooker ohne Licht ist eher medium, wie wir diese Woche von Mark Allen gelernt haben. Das alles lässt sich jetzt entspannt erzählen, aber die Techniker standen für ein paar Minuten definitiv unter (dem dringend gesuchten) Strom. Sogar Paul Collier kam aus dem Turnierbüro in die Arena - und wenn Paul anrückt, ist es wichtig. Zum Glück gab es ja ein Happy End und Rolf konnte Schiri Theo (der hoffentlich das Finale 2019 leiten wird, die offizielle Kampagne läuft im Herbst an) und die Spieler pünktlich an den Tisch holen.

Im Tempodrom herrschte zu diesem Zeitpunkt der volle Vollwahnsinn. Diese Stimmung, diese Laustärke, diese Energie. Das ist im Publikum schon toll. Aber unten am Tisch merkt man die Wucht der Atmosphären-Welle, die da auf einen zurollt, noch intensiver. Kein Wunder, dass die Spieler in beiden Halbfinals erst einmal ein paar Minuten brauchten, um sich von diesem Wumms zu erholen und mit dem Snookerspielen im eigentlichen Sinne zu beginnen.

Heute Abend wird das Publikum hier im Tempodrom den Spielern wieder mindestens genau so viel Snookerbegeisterung um die Ohren hauen. Es wird laut, sehr laut. Und anders als im Crucible wird es im Tempodrom nie ganz leise. Das mit der Stecknadel funktioniert hier nicht und deshalb bleibt das Crucible für mich auf Platz eins der hammersten Venues. Aber solange das mit den langen Stöcken halbwegs funktioniert, erwartet uns ein wundervoller (wenn auch vielleicht recht kurzer) Abend.

Chris und ich werden wieder in der Arena stehen und uns wie zwei Schnitzel (oder muss ich hier sagen: Currywürste?) freuen. Neben uns all die Organisatoren, Direktoren und Showmoderatoren, die das Event erst ermöglichen. Es ist ein Privileg, für ein paar Tage in ihre Welt eintauchen zu dürfen. Danke an World Snooker! Danke an euch Leser!

Kathi

Comments are disabled for this post.

0 comments