PsychoBar

Avatar of KathiKathi - 13. Januar 2018 - LochBar

Willkommen – oder sollten wir sagen: Welcome – in der LochBar. Auf der Karte stehen hier allerlei Häppchen und Schlückchen aus der Welt des Snooker. Manchmal öffnet die Bar ihre Pforten, was dann passiert, wird sich zeigen! Eine Kolumne über den Sport, den wir alle lieben – auch wenn niemand sonst uns versteht.


Das neue Jahr ist immer noch ziemlich neu und jedem Snooker-Fan ist klar, was das bedeutet. Okay, nebenbei bemerkt, das Masters steht an. Aber vor allem ist dies natürlich die unvergleichlich spannende, besonders bei Peter Ebdon beliebte, magische Zeit der Psychotests. Wirst du 2018 einen Frosch küssen? Wie viele Bananen pro Tag sind für dich ideal, wenn Jupiter auf Yan Bingtaos neuer Hose links neben Uranus aufgedruckt ist? Solltest du dein ganzes Geld wie Joe Perry auf Joe Perry setzen? (Anm. d. Red.: Nein.) Welche Farbe sollte deine Krawatte haben, damit Mark Selby wieder Weltmeister wird? Liu Haudrauf oder Stephen AbindieHeia – wie wäre dein Name als Snookerprofi?

All diese elementaren Fragen kann man sich ganz leicht selbst zu Hause beantworten - durch Auspendeln einer chinesischen Kräutertinktur (Alternative: süß-saure Sauce) oder Lektüre einer beliebigen Frauenzeitschrift. Deshalb widmet sich diese LochBar küchenpsychologisch hochwertig einer ganz neuen, aber nicht weniger dringlichen Fragestellung: Hilfe, es kommt zu viel Snooker im Fernsehen - was soll ich tun? Wenn wir ehrlich sind, läuft mittlerweile tatsächlich mehr Snooker auf Eurosport als für den Durchschnittsdeutschen mit Familie, Katze und Bundesligaverein gesund wäre. Verzweifelte Tennis-Fans haben teilweise schon begonnen, selbst Tennis zu spielen. Im Snooker stehen die Anonymen Bonuskanalgucker kurz vor der Gründung.

Doch wie solltest DU mit der Kammgarnüberdosis umgehen? Aus gegebenem Anlass kannst du HIER JETZT testen, welcher Snooker-Typ du bist*:

 

1)      Der Allesgucker

Jede Woche mindestens ein Turnier. Du brauchst mittlerweile vier 40-Zoll-Plasma-Bildschirme, um alle Spiele verfolgen zu können. Den Urlaubsantrag für die zwei Wochen WM 2018 hast du am Tag nach dem letztjährigen WM-Finale eingereicht. Die Hochzeitsreise nach Hawaii kannst du auch wannanders mal machen. Vielleicht musst du sie sogar mit einer anderen Ehefrau machen. Aber das ist dir egal! Du liebst Snooker und das heißt verdammtnochmal, dass du dir jedes Spiel ansiehst. Auch um 3 Uhr nachts. Auch, wenn Rod Lawler spielt. Auch, wenn ein paar Spieler im Keller für ein paar Wettanbieter spielen. Ach was - GERADE, wenn ein paar Spieler im Keller für ein paar Wettanbieter spielen.

Dein Erkennungszeichen: Der Notizzettel. Nicht für die Match-Statistiken, die kannst du eh auswendig. Für die Namen deiner Kinder, die du nur noch zum Frühstück siehst.

Dein Glückskeksspruch: Und immer immer wieder geht die Sonne auf. (Das kriegst du hinter den vier Bildschirmen nicht mehr so richtig mit.)

 

2)      Der Spielergucker

Du würdest den Hintern von Mark Selby unter Tausenden wiedererkennen. ODER: Dein bester Freund ist Ronnie O’Sullivan – zumindest denkst du das, denn du hast fünf seiner vier Autobiografien gelesen. Ein unsigniertes Exemplar trägst du stets bei dir, falls du ihm auf der Straße begegnest. ODER: Du hasst hasst hasst die neue Stoßzeit-Statistik. Denn selbst in dieser – wie in allen anderen Statistiken auch – ist der Spieler, den du dir aus unerfindlichen Gründen zum Lieblingsspieler erkoren hast, auf Platz 98. Du wirst wieder niemandem erklären können, warum du ihn anfeuerst und dich freust, wenn er wenigstens mal mit 4:1 verliert.

Dein Erkennungszeichen: Der Spielplan der nächsten 16 Turniere. Rot und mit Ausrufezeichen am Rand sind alle für dich – nein, für euch – relevanten Sessions markiert.

Dein Glückskeksspruch: Die 20 Cent für den Glückskeks hättest du lieber für ein Ronnie-Autogramm gespart. ODER: Die Letzten werden die Ersten sein – oder wenigstens ein 50er Break spielen.

 

3)      Der Spielegucker

Selby und / oder Murphy an Tisch 1. Du kannst es nicht mehr sehen. Die sind doch eh völlig überschätzt. Nur was für Fernsehfans, für Playerlose, wie du sie heimlich gerne beleidigst. Dein Zuhause ist Tisch zwei. McManus gegen Jimmy White. Das ist noch richtiges Snooker. Oder dieser eine Thailänder, den du 2010 schon in Fürth entdeckt hast. Der spielt doch morgen gegen Ebdon – ein Traum. Hoffentlich spielen Selby und Murphy nicht gleichzeitig! Wer die überhaupt sehen will?! Haben die in Berlin letztes Jahr etwa ein richtiges Maximum gespielt? NEIN, Tom Ford war das. Das weißt du ganz genau, denn du saßt damals ja an Tisch vier. Wo Tom Ford auch morgen wieder spielt. Eine Frechheit ist das, denkst du dir und nimmst dir vor, einen Brief nach Paris zu schreiben. Einen richtigen Brief. Auf Papier.

Dein Erkennungszeichen: Dein heimlicher WM Tipp ist Surphy.

Dein Glückskeksspruch: Glückskekse gibt es jetzt auch im Online-Bonuskeks auf www.konfuziusplayer.comp

 

4)      Der Fake-Gucker:

Komm, sind wir mal ehrlich. Das letzte Snookerspiel, das du gesehen hast, war das Finale der UK-Championship. Also, nachdem der Tatort dann aus war. Darf halt nur keiner wissen. Auf Twitter fachsimpelst du ja weiterhin gerne mit, die Leute da sind einfach so nett. Ist auch gar nicht so schwer: Higgins ist gut, Ronnie macht Sachen, hihi Ebdon. Nur auf Bingham darfst du gerade nicht tippen, daran erinnert dich ein Post-it am Laptop. Du surfst die Community-Welle spielerisch, du hast das voll im Griff. Und plötzlich wieder Zeit für andere Dinge! Du hast sogar wieder einen Job. Aber manchmal liegst du nachts wach und schaltest dann die Wiederholung der gestrigen Nachmittagspartie ein – vielleicht demnächst doch mal wieder reingucken? Selby spielt doch morgen bestimmt.

Dein Erkennungszeichen: Sonnencreme – während des Masters fliegst du nämlich in die Karibik. Aber pssst! Das Hotel-W-Lan wird schon für Twitter reichen.

Dein Glückskeksspruch: Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht.

 

Kathi

*für nur 3,99€ im Jamba-Sparabo.

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