G0ten's Blog

6 Rote und ein Belgier

Avatar of GotenGoten - 08. September 2016 - Kurioses

Im thailändischen Bangkok findet derzeit die Weltmeisterschaft im Six-Red-Snooker statt. Da die Berichterstattung dazu mehr als dürftig ist, kann ich natürlich keinem übel nehmen, wenn er/sie das nicht weiß, aber der Vollständigkeit halber: Das Turnier ist von World Snooker sanktioniert und offiziell im Kalender aufgenommen. Natürlich kann man schon deshalb darüber diskutieren, warum keine normalen Profi-Snookertische genommen werden, sondern welche mit breiteren Taschen als Ronnie O'Sullivan's Kontostand. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es peinlich für ein World-Snooker-Event ist, dass es keine Livescores gibt und offizielle Ergebnisse teilweise erst Stunden nach Matchende bekannt gegeben werden. Die Abwesenheit im Eurosport Player wäre auch eine Diskussion wert. Natürlich auch das undurchsichtige Format, das hinsichtlich der Reihenfolge bei Punktegleichstand für diverse Verwirrungen sorgt.

Aber darum geht es mir jetzt nicht. Es geht um den Fall Luca Brecel und das nicht stattfindende Match des Belgiers gegen Peter McCullagh am gestrigen Tag. Der German-Masters-Finalist hatte wohl irgendwie seine Startzeiten nicht ganz im Kopf und trat zu seinem letzten Gruppenmatch schlicht nicht an. Jetzt war natürlich interessant zu sehen, wie das Match gewertet wird, denn hier ging es tatsächlich noch um etwas. McCullagh hatte noch Chancen auf die KO-Runde, während es für Brecel um die Verteidigung seiner Gruppenführung ging.

Mit Spannung wartete man ab. Wird es ein 5:0 für McCullagh sein? Wäre ja irgendwie unfair gegenüber Boonyarit Kaettikun, der damit ausgeschieden wäre, obwohl er sich natürlich berechtigte Hoffnungen machen konnte, dass Brecel gegen McCullagh gewinnen würde. Aber auch McCullagh konnte man ja nicht so einfach die Punkte schenken, allerdings wäre eine Nichtberücksichtigung des Matches auch unfair ihm gegenüber gewesen. Die Lösung von World Snooker: Das Match floss überhaupt nicht in die Wertung ein, was die ganze Sache irgendwie noch weniger glaubhaft geschweige denn fairer machte. Brecel gewinnt damit die Gruppe (weil er den direkten Vergleich gegen Selby gewonnen hatte) und Boonyarit steht in der KO-Runde, weil McCullagh ein Match und damit ein Punkt fehlt.

Ich kann weder Boonyarit noch McCullagh dazu befragen, aber wirklich toll ist diese Lösung nicht. Brecel wird es nicht kümmern, er stand auch ohne das Match bereits im Sechzehntelfinale. Peter McCullagh wird nun aber aufgrund der Absage seines Gegners bestraft und muss die Heimreise antreten. Ich nehme an, dass World Snooker einen solchen Fall nicht vorgesehen hat und man irgendwie versucht hat, die am wenigsten beeinflussendste Lösung zu finden. Für das nächste Jahr sollte man meiner Meinung nach aber vorsorgen und solche Sachen von vornherein in das Regelwerk aufnehmen. Dann wird keiner überrascht und keiner fühlt sich unfair behandelt. Nächste Woche ist das ohnehin vergessen, was nicht zuletzt daran liegt, dass aufgrund der langsamen Informationspolitik und den fehlenden Live-Bildern im TV oder ES Player das Interesse an der 6-Reds-WM wohl dieses Jahr einen Tiefpunkt erreicht hat. Was haltet ihr von dem Thema und der 6-Reds-WM allgemein? Schreibt gerne auf Twitter oder in die Kommentare eure Meinung!

Comments are disabled for this post.

2 comments

Christian

12. September 2016

Vor allem ist es schlimm, dass es jedes Jahr das Gleiche ist. Die 6-Reds-WM wurde jetzt das fünfte Jahr in Folge ausgetragen und jedes Jahr gibt es die gleichen Probleme mit den Scores und Ergebnissen. Es nervt einfach, zudem ich gesehen habe, dass vor Ort ein elektronisches Scoring-System eingesetzt wird. Da kann es also eigentlich nicht so schwer sein, das irgendwo anzubieten, sollte man meinen. Aber na ja, WS meint, der Turnierablauf und die Turnierdirektion liegen nicht in ihren Händen, also kümmert es WS auch nicht...


Martin

08. September 2016

gut zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, dem die informationspolitik bei diesem turnier überhaupt nicht gefällt. für mich ist es mal wieder ein zeichen dafür, dass worldsnooker einfach zu schnell zu viel will und turniere austrägt, bevor sie richtig durchdacht wurden. das macht es den berichterstattern natürlich auch nicht gerade leichter. auf der anderen seite ist es aber auch spannend zu sehen, wie es die netzgemeinde trotz sperrlicher infos schafft, die 6reds aufzubereiten!