G0ten's Blog

Das Jahr 2018 im Rücken

Avatar of GotenGoten - 27. Dezember 2018 - Jahresrückblick

Ich hoffe, ihr habt ein geruhsames Weihnachtsfest verlebt und konzentriert euch frohen Mutes auf die heute weiter gehende Darts-WM. Oder ihr seid schon vollauf in Vorfreude-Stimmung auf die ersten vier Gruppen der Championship League, die sich Anfang Januar noch vor dem ersten richtigen Highlight, dem Masters, die Ehre geben. Grund genug, erstmal in Ruhe das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und die vielen Ereignisse durchzugehen, die es gab. Fehlen dürfen dabei natürlich auch nicht die Auf- und Absteiger des Jahres sowie die besten Spieler.

Die 10 wichtigsten Ereignisse

10. Neue Amateur-WM

Im März des Jahres feierte die neue Amateur-WM der World Snooker Federation Premiere. Die neue Organisation, der die Deutsche Billardunion weiterhin nicht beigetreten ist, wurde im Zuge der Streitigkeiten mit der IBSF gegründet und hat inzwischen viele der größeren Verbände als Mitglieder bekommen. 90 Teilnehmer beider Geschlechte nahmen an der Veranstaltung in Malta teil, aus der der 18-jährige Chinese Luo Honghao als Sieger hervorging. Die nächste Auflage findet Ende März 2019 in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt, wahrscheinlich erneut ohne deutsche Beteiligung.

9. Leere Ränge

Snooker boomt. Ich glaube, darüber darf man sich weitgehend einig sein. Bei knapp 20 Ranglistenturnieren, die über den Globus verstreut stattfinden, und Preisgeldern, die jedes Jahr weiter ansteigen, kann man sich nicht beschweren. Doch wenn die Spieler vor leeren oder nur spärlich gefüllten Rängen spielen müssen, passt das nicht wirklich ins Bild. Das Problem bei den Turnieren in China ist zwar hinlänglich bekannt, aber man hofft trotzdem jedes Jahr, dass sich daran mal etwas ändert. Negativer Höhepunkt ist dabei inzwischen zum zweiten Mal in Folge die International Championship in Daqing, zu der selbst die Viertelfinals nur vor 2 Leuten und einem Hund stattfanden. Da hilft nur: Ticketpreise runter, Hallen füllen!

8. Lahme Enten

Auch das ist ein immer wieder gern gesehenes Thema, wobei "gern" da relativ ist. Der Ruf nach der Einführung einer Shot-Clock erklingt immer mal wieder, doch glücklicherweise ist das bislang noch kein Thema für World Snooker. Was aber überwacht wird, sind die durchschnittlichen Stoßzeiten, also die Zeit, die ein Schiedsrichter braucht, um auf einen Knopf zu drücken Spieler zwischen zwei Stößen im Schnitt benötigt. Die Diskussion ist müßig: Jeder braucht nun einmal unterschiedlich lange und auch wenn es sicherlich oft spannender ist, schnelleren Spielern zuzuschauen, haben auch diese durchaus trotzdem sehr lange Matches. Eine langsame Stoßzeit muss nicht unbedingt zu einem langsamen Match führen. Hier bleibt abzuwarten, ob irgendwann die regelmäßig über 30 Sekunden liegenden Spieler in mehr als nur einer World-Snooker-News angeprangert werden.

7. Erste Erfolge

Es ist immer schön, wenn jemand etwas zum ersten Mal schafft, insbesondere wenn es der Triumph bei einem Weltranglistenturnier ist. Zwei Spieler sind diesen Schritt in den vergangenen 12 Monaten gegangen, auch wenn einige weitere an die Tür geklopft haben. Michael Georgiou machte beim Shoot-Out zu Beginn des Jahres den Anfang und holte völlig überraschend im Finale gegen Graeme Dott den Titel. Vielleicht noch einen Tick überraschender war der Sieg von Jimmy Robertson beim European Masters, der nun wirklich aus dem Nichts kam. Mehrere Male an der Schwelle zum Ausscheiden, setzte sich der Engländer in diversen Decidern durch und schrieb mit dem Finalsieg gegen Joe Perry eine der größten Geschichten des Jahres.

6. Das lustloseste Maximum Break

Es kam schon ein wenig wie ein Paukenschlag rüber, als Altmeister John Higgins vor wenigen Wochen offen über ein mögliches Karriereende am Saisonende sprach. Motivationslosigkeit plage den Schotten und das nun schon seit einiger Zeit. Er habe keine Lust zu trainieren, gar nicht mehr wirklich Bock, überhaupt Snooker zu spielen. Ehrliche Worte, die man durchaus ernst nehmen sollte. Die beiden so bitter verlorenen WM-Endspiele in den letzten zwei Jahren werden dazu sicherlich ihr übriges beigetragen haben, wie auch der inzwischen sehr volle Turnierkalender. Wären die Scottish Open nicht in seiner Heimat ausgetragen worden, hätte Higgins das Turnier wohl abgesagt. Gut, dass er es nicht gemacht hat, denn der 43-jährige spielte in seiner Lustlosigkeit mal eben sein insgesamt neuntes Maximum Break. Und plötzlich war sie auch wieder da, die Lockerheit. Vielleicht gehen da ja doch noch 1, 2 Jährchen.

5. Challenge accepted

Viele Jahre war der Wunsch nach einer Amateur-Tour und regelmäßigen Spielmöglichkeiten für die Amateure zu Profibedingungen vorhanden. Nach einigen spärlichen Versuchen, guten Ansätzen (snookerbacker, etc.) und dem Ende der PTC-Serie gibt es nun in diesem Jahr die Rückkehr der Challenge Tour, aufgezogen als Turnierserie auf Profi-Tischen mit 10 Events. Die besten zwei qualifizieren sich am Ende für die Main-Tour. Nach etwas holprigem Anlauf und vor allem skandalös wenigen Anmeldungen für die Turniere in Riga und Fürth, scheint das Format unter vielen Amateuren Anklang zu finden. Sicherlich werden sich viele weiterhin auf die Q-School konzentrieren, doch es ist schön, dass es weitere Möglichkeiten gibt. Bei noch zwei ausstehenden Events sieht es momentan nach einem spannenden Dreikampf zwischen Brandon Sargeant, David Grace und Mitchell Mann aus. Im März haben wir Klarheit.

4. Maximale Power

Was haben Martin Gould, Luca Brecel, Ronnie O'Sullivan, Stuart Bingham, Liang Wenbo, Michael Georgiou, Jamie Jones, Thepchaiya Un-Nooh, Mark Selby, John Higgins und Judd Trump gemeinsam? Nein, es läuft kein Verfahren wegen Glücksspiel gegen alle diese Spieler! Sie alle spielten mindestens ein Maximum Break im vergangenen Jahr und machten damit 2018 mit 12 perfekten Breaks zum neuen Rekordhalter in dieser Statistik. Besonders interessant ist, dass gleich mehrere Male innerhalb des gleichen Turniers mehrfach die 147 fiel (China Open, Paul Hunter Classic, English Open). Das nächste Maximum Break wird übrigens das 147. der Snookergeschichte sein. Ich hoffe einfach mal darauf, dass das nicht während der ersten vier Gruppen der Championship League fast unbemerkt und ohne Zuschauer passiert. Das Masters eine Woche später wäre da eine viel bessere Bühne. Oder vielleicht das German Masters in Berlin!

3. World Series of Ronnie

Sportlich gesehen war das Jahr 2018 für den Ausnahmekönner mal wieder herausragend. World Grand Prix, Players Championship, Shanghai Masters, Champion of Champions, UK Championship: Die Trophäenkiste ist wieder voller geworden. Viel öfter als die Leistungen auf dem Tisch waren aber wieder mal die Äußerungen des Exzentrikers abseits davon in den Schlagzeilen. Seien es die Beleidigungen gegen seine Tour-Kollegen oder seine Hahnenkämpfe mit Barry Hearn: Ronnie O'Sullivan nimmt kein Blatt mehr vor den Mund und ist gerade auf Twitter in einem schier sinnlos drehenden Rad aus verrückten Ideen, sinnvollen Verbesserungsvorschlägen und wirren Verschwörungen gelandet. Höhepunkt im negativen Sinne sind dabei seine Pläne zu einer eigenen Snooker-Tour, zu der er dann auch die gesperrten Spieler einladen will. Es wurde genug über den Sinn und (viel mehr) Unsinn dieser Pläne geredet. Daher nur eine Bitte an Ronnie: Weniger twittern, mehr spielen!

2. Sperren über Sperren

Cao Yupeng muss jetzt einfach mal als Symbolbild für das von Sperren gezeichnete Jahr 2018 herhalten. Machte Stuart Bingham mit seiner Wettsperre bis Ende Januar noch den etwas harmloseren Anfang, rollten Mitte des Jahres mit David John, Cao Yupeng und Yu Delu gleich drei weitere Fässer den Bach herunter. Die beiden Chinesen sind inzwischen jeweils längere Zeit für Matchmanipulation vom Snookerzirkus suspendiert, während das Verfahren gegen David John noch läuft. Der scheint in noch größere Dummheiten verwickelt zu sein, in die wohl leider auch Jamie Jones in irgendeiner Art und Weise verknüpft ist. Der talentierte Waliser ist nämlich auch vorübergehend gesperrt und wird wohl ebenfalls eine Zeit lang nicht mehr auf der Main Tour zu sehen sein. Das ganze Thema ist leider eine unschöne Begleiterscheinung im aktuellen Snookersport, auf die ich im Programmheft zum German Masters 2019 näher eingehen werde.

1. Nackte Tatsachen

Zum Abschluss der Jahreszusammenfassung kommen wir noch zu etwas erfreulicherem. Es war wohl das Bild des Jahres, als Mark Williams sein Wort hielt und nach seinem Wahnsinns-Triumph bei der Weltmeisterschaft nur mit einem Handtuch Willos Willie verdeckend auftauchte. Der Waliser hat wohl eine der größten Geschichten des Sportes geschrieben. Ein Jahr zuvor noch mit verpasster Qualifikation mit dem Karriereende drohend, thronte der 43-jährige im Mai diesen Jahres nach 15 Jahren Pause wieder über allem. Mit WM-Titel Nummer 3 schrieb sich Williams nicht nur in die Geschichtsbücher, die Bilder seiner anschließenden Pressekonferenz nach einem der besten WM-Finals aller Zeiten dürften sich wohl auf ewig in das Gedächtnis sämtlicher Anwesenden und Zuschauenden gebrannt haben.

Die Aufsteiger des Jahres

5. Noppon Saengkham

Der Thailänder ist in diesem Jahr den nächsten Schritt vom Talent zum Top-Spieler gegangen. Angekommen ist er in diesem Kreis natürlich noch nicht, doch die zwei Halbfinalteilnahmen bei den Welsh Open und den World Open zeigen, dass es in die richtige Richtung geht. Nachdem sich Noppon Saengkham zum Ende der letzten Saison noch knapp in den Top 64 festsetzen konnte, klopft er inzwischen sogar an die Tür zu den Top 32 an.

4. Eden Sharav

Eden Sharav ist vielleicht nicht der typische Spieler, den man unbedingt unter den Aufsteigern gesehen hätte. Aber der Schotte Israeli Schotte Israeli hat nach dem Wiedererlangen seiner Tourkarte im letzten Jahr viel mehr aus seinen Möglichkeiten gemacht. Höhepunkt ist dabei natürlich das erstmalige Erreichen des Halbfinals bei den Northern Ireland Open im November. So steht der 26-jährige jetzt kurz vor dem Einzug in die Top 64, was den Erhalt des Profitickets bedeuten würde.

3. Zhao Xintong

Auch der 21-jährige Chinese steht kurz vor dem Einzug in die Top 64, und das im "ersten" Jahr seiner neuen Tourkarte. Highlight für ihn war natürlich das Erreichen des Halbfinals bei der China Championship im September. Auf Platz 23 in der 1-Jahresrangliste steht das Riesentalent nun schon und ist damit der erfolgreichste mit 0 Punkten gestartete Spieler der bisherigen Saison.

2. Yuan Sijun

Ich habe mir nicht bewusst die Spieler rausgesucht, die direkt vor dem Einzug in die Top 64 stehen, das hat sich einfach so ergeben. Nach einer recht ordentlichen ersten Saison macht das erst 18-jährige Talent in dieser Saison richtig viele Fortschritte. Frech aufspielend und ständig Top-Spieler schlagend, steht Yuan Sijun bereits in den Top 32 der Einjahresrangliste und hat mit dem Viertelfinale bei der China Championship für Aufsehen gesorgt. Der Chinese wird mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit zum Saisonende in den Top 64 stehen.

1. Martin O'Donnell

Ein Neuling ist The MOD inzwischen wahrlich nicht mehr und viele Jahre tat sich der 32-jährige schwer. Doch was Martin O'Donnell im Jahr 2018 gespielt hat, war einfach nur famos. Halbfinale beim Shoot-Out, dann drei Viertelfinalteilnahmen bei den drei höchstdotierten Ranking Events der bisherigen Saison innerhalb von nur wenigen Monaten (China Championship, International Championship und UK Championship). Das platziert den Engländer nicht nur in den Top 16 der Einjahresrangliste, sondern sorgt dafür, dass er sich um den Erhalt seiner Tourkarte vorläufig keinerlei Gedanken machen muss. Da kann man nur gespannt sein, was bei MOD im kommenden Jahr passiert.

Die Absteiger des Jahres

5. Michael White

Der zweimalige Sieger bei Ranglistenturnieren erlebt ein Seuchenjahr. Zwei Viertelfinalteilnahmen stehen bei ihm seit seinem Sieg beim Paul Hunter Classic 2017 zu Buche, in dieser Saison kam der Waliser noch nicht ein Mal über die Runde der letzten 32 hinaus. Eindeutig zu wenig für jemanden, der eigentlich zu den Top 16 gehören will. Davon ist er inzwischen meilenweit entfernt. Zum Jahresende steht Michael White auf Platz 36, in der Einjahresrangliste grüßt er gar von Rang 87.

4. Luca Brecel

Ursprünglich hatte ich Shaun Murphy an dieser Position zu stehen, doch der hat sich mit seinem Finaleinzug bei den Scottish Open auf den letzten Drücker noch um eine Nominierung in dieser Liste gebracht. Deshalb nehme ich hier einen Spieler, der im letzten Jahresrückblick noch zu den Aufsteigern zählte. Was Luca Brecel in diesem Jahr zusammengespielt hat, wird er selber (hoffentlich) nicht gut finden. Nicht ein einziges Mal kam der Belgier seit seinem Überraschungssieg bei der China Championship im letzten Jahr über das Achtelfinale hinaus. Noch profitiert er von den dort geholten Punkten, doch spätestens in der neuen Saison wird der 23-jährige wohl aus den Top 16 fallen.

3. Martin Gould

Für den sympathischen Brillenträger endet das vielleicht schwächste Jahr seit 2013 oder 2014. Für ganze 8 Ranglistenturniere verpasste Gould in diesem Jahr die Qualifikation, darunter die Weltmeisterschaft. Derzeit nur auf Platz 65 ist der Engländer der zweitschlechteste Spieler aus den Top 32 in der Einjahresrangliste. Im Moment läuft Gould, der auch in Berlin beim German Masters nicht dabei sein wird, seiner Form hinterher. Hoffen wir mal, dass der 37-jährige im kommenden Jahr wieder die Kurve kriegt.

2 Anthony McGill

Ich hatte es bereits erwähnt: Nur 1 Spieler aus den Top 32 steht im Einjahres-Ranking schlechter da als Martin Gould. Anthony McGill hat sich in dieser Saison scheinbar von seiner Form verabschiedet. Zumindest hat er sie verlegt und scheint sie nicht mehr zu finden. Viele zum Teil unglückliche Niederlagen, gepaart mit mangelnder Konstanz und Spielfluss. Beim zweimaligen Sieger von Ranglistenturnieren läuft seit der happigen WM-Niederlage gegen Ding Junhui nichts mehr zusammen. Das Masters und den World Grand Prix wird er damit schon verpassen. Hoffen wir, dass nicht noch mehr dazukommt.

1. Liang Wenbo

Auch die ehemalige chinesische Nummer 2 hat die Qualifikation für das Masters und den World Grand Prix klar verpasst. Bei den Welsh Open im März stand Liang Wenbo das letzte Mal im Achtelfinale bei einem Ranglistenturnier. Der so unterhaltsame Chinese kommt derzeit nicht ins Rollen und scheint die zweite schwache Saison in Folge aneinander zu reihen. Das führt übrigens dazu, dass der 31-jährige Gefahr läuft, zum Saisonende sogar aus den Top 40 zu fallen. So weit unten war Liang seit knapp 10 Jahren nicht platziert, doch im Moment fällt es schwer, an eine Verhinderung dieser Prophezeihung zu glauben.

Die Spieler des Jahres

5. Jack Lisowski und Ryan Day

Wenn man sich nicht entscheiden kann, dann nimmt man eben beides. Da ich Jack Lisowski nicht unbedingt zu den Aufsteigern nehmen konnte (er war viel mehr als das), hier Ryan Day aber auch nicht unterschlagen will, müssen sich die beiden einfach mal Platz 5 teilen. Day gewann in Gibraltar und beim Romanian Masters, festigte seinen Platz in den Top 16 und ist weiterhin häufiger Gast in den späten Turnierrunden. Dort ist auch Jack Lisowski nun vermehrt anzutreffen. Der Engländer spielt ein tolles Jahr 2018, dem eigentlich nur ein Titel als absolute Krönung fehlen würde. Lohn für den Finalisten des Riga Masters ist der erstmalige Einzug in die Top 16 der Weltrangliste und damit natürlich auch die erstmalige Teilnahme beim Masters.

4. Kyren Wilson

Was für ein famoses Jahr hat der Kyren Wilson denn da bitte gespielt? Wären da nicht noch drei andere Akteure, der 27-jährige könnte in dieser Auflistung glattweg weiter oben platziert sein. Finale beim Masters und beim Champion of Champions, Titel in Fürth und Bangkok, dazu das Halbfinale bei der WM: Das Jahr liest sich alles andere als übel für den Warrior. Kyren Wilson gehört inzwischen zu den komplettesten Top-Spielern auf der Main Tour und versammelt zurecht eine gehörige Menge an Fans hinter sich. Ob die etwas forcierte Rivalität mit Judd Trump da wirklich zu ihm passt, sei mal dahingestellt. Fürchten braucht sich der Engländer aber vor niemandem.

3. Ronnie O'Sullivan

Die Top 3 der Spieler des Jahres auseinander zu halten, fällt unglaublich schwer. Nimmt man allein die Turniersiege, müsste Ronnie O'Sullivan eigentlich die klare Nummer 1 sein. Shanghai Masters, Champion of Champions, World Grand Prix, Players Championship, UK Championship - allesamt im Trophäenschrank angekommen. Dazu der Triple-Crown-Rekord, den er Stephen Hendry abgenommen hat. Im kommenden Jahr wird wohl die 1.000 bei den Century Breaks und dann auch Hendrys Rekord bei Ranglistentiteln fallen. Fehlt ja eigentlich nur mal wieder ein WM-Titel!

2. Mark Williams

Wo soll man bei Mark Williams anfangen? Die Geschichte ist eigentlich so oft erzählt worden und doch wird man nicht müde, sich vorzustellen, dass der Waliser 2017 die WM noch verpasst hat, seine Karriere beenden will und ein Jahr später mit dem WM-Titel im Gepäck eine nackte Pressekonferenz gibt. Es fing ja mit dem Sieg beim German Masters schon hervorragend an. Es folgten weitere Highlights wie das Halbfinale bei der Players Championship, dann natürlich die WM und schließlich auch noch der Sieg bei den World Open im August. Zwar ist es um den 43-jährigen danach etwas ruhiger geworden, doch wer will es ihm wirklich verdenken. Absolut zu Recht hat der fast das ganze Jahr durchgefeiert!

1. Mark Allen

Trommelwirbel bitte... die Nummer 1 ist, wie sollte es anders sein: Mark Allen. Klar, Ronnie O'Sullivan und Mark Williams haben mehr Titel geholt. Doch der Nordire hat für mich in diesem Jahr den entscheidenden Schritt vom ewigen Talent zum absolutem Top-Profi gemacht. Hätte ich Allen letztes Jahr nie im Leben einen Triple-Crown-Titel zugetraut, hat er am Jahresende 2018 nicht nur 2 mal das Finale bei einem solchen Turnier erreicht, sondern mit dem Masters-Triumph im Januar sogar einen Titel im Gepäck. Hinzu kommen neben dem Endspiel bei der UK Championship und dem Halbfinale beim Champion of Champions noch Siege bei der International Championship und den Scottish Open. Mark Allen ist gereift: Sowohl spielerisch als auch menschlich ist er inzwischen ein absoluter Vorzeigeprofi und Sympathieträger und damit völlig zurecht (mein) Spieler des Jahres 2018.

Das war mal wieder eine ganze Menge Stoff, aber schließlich ist es auch nicht einfach, 12 lange und vollgepackte Monate in einen einzigen Text zu packen. Ich wünsche euch damit einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Spaß beim Snooker/Darts schauen. Wir sehen/lesen/hören/schreiben uns in 2019!

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