G0ten's Blog

Der ultimative Jahresrückblick (Teil 2)

Avatar of GotenGoten - 22. Dezember 2015 - Jahresrückblick

Es ist tatsächlich schon wieder ein Jahr rum und wenn man mal alles Revue passieren lässt, gibt es sicher für jeden so manche Highlights, die das Jahr unvergessen machen. Einige davon habe ich schon im ersten Teil des Rückblickes angesprochen, der nun mit der ersten Saisonhälfte 2015/2016 vollendet werden soll.

Juni

Der Weltmeister war seit kaum 4 Wochen gekürt, da ging es schon wieder in die neue Saison. Die Zeiten, in denen die Sommerpause auf der Main Tour knappe 4 Monate lang war, sind längst vorbei und werden wohl kaum vermisst. Für den Start der Saison war ein famoses Team-Event vorgesehen, der World Cup in Wuxi, der damit das Wuxi Classic ersetzte. Favorit England mit den letzten beiden Weltmeistern Mark Selby und Stuart Bingham scheiterte sensationell schon in der Vorrunde, während sich das deutsche Team in gleicher Gruppe recht ordentlich schlug. Am Ende triumphierte das B-Team der chinesischen Gastgeber und die beiden Youngster Zhou Yuelong und Yan Bingtao sagten herzlich danke zu einer Einladung für das Champion of Champions. Weniger erfolgreich war der Versuch, Snooker bei den Olympischen Spielen 2020 dabei zu haben. Der Billard-Sport schaffte es nicht auf die Short List und muss mindestens bis 2024 warten.

Juli

Die ersten Punkte für die Weltrangliste gab es dann statt in Wuxi in Bendigo zu holen, wo Neil Robertson es auch im fünften Anlauf nicht zum Heim-Titel schaffte und diesmal sogar schon an der ersten Hürde scheiterte. Besser machte es Altmeister John Higgins, der in einem spannenden Finale Martin Gould mit 9:8 niederringen konnte. Während der Schotte damit seinen zweiten Ranglistentitel im Kalenderjahr 2015 einsackte, feierte der Brillenträger und Frauenversteher Gould immerhin seine beste Leistung seit 4 Jahren. Während die Profi-Riege nun eine 3-wöchige Pause einlegte, krönte sich Boonyarit Kaettikun in Bukarest zum U21-Weltmeister.

August

Im 8. Monat des Jahres nimmt die Main Tour bekanntlich langsam Fahrt auf und das war dieses Jahr nicht anders. Das erste Event der European Tour gewann ein 2015 formschwankender Barry Hawkins, während viele Turnierfavoriten bereits spätestens im Achtelfinale die Segel streichen mussten. Aber was wäre der August ohne eines der bedeutendsten Turniere aus deutscher Sicht, das Paul Hunter Classic in Fürth. Ein tolles Event endete auf emotionale Weise, als in einem packenden Finale Ali Carter seinen Gegner Shaun Murphy mit 4:3 niederrang. Für den Captain war es der erste Profi-Turniersieg seit 2 Jahren (ebenfalls in Deutschland) und vor allem der emotionale Sieg bei einem Turnier, das dem an Krebs verstorbenem Paul Hunter gewidmet ist. Auch Carter war zwei Mal an Krebs erkrankt, besiegte diesen aber beide Male. Schön auch, dass Jason Ferguson vor dem Finale bestätigte, dass das PHC auch 2016 in Fürth stattfinden werde, ungeachtet des Wegfalls der European Tour.

September

Eine Weltmeisterschaft im September, das kann nur die 6-Reds-WM sein. Das spaßige Kurzturnier in Bangkok entschied am Ende Lokalmatador Thepchaiya Un-Nooh für sich, sein erster Profi-Titel. Finalgegner war Liang Wenbo, der damit erste Anzeichen seiner gegen Jahresende rapide ansteigenden Form zeigte. Wenn ein Spieler wie Ricky Walden das Shanghai Masters absagt, muss schon was Größeres passiert sein. In diesem Fall war es was Kleines, nämlich ein Baby. Seins, um genau zu sein. Auch ohne Walden wurde es ein klasse Turnier mit zwei Finalisten, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Als klarer Favorit ging Judd Trump ins Rennen, doch wie schon bei Joe Perry, Ding Junhui und Mark Allen zuvor, interessierte das den 23-jährigen Jung-Papa Kyren Wilson wenig. Er schlug Trump mit 10:9 und steht inzwischen in den Top 25 der Weltrangliste.

Oktober

Es ging jetzt Schlag auf Schlag. Das dritte Event der European Tour in Mülheim stand an und es waren wie immer eine Menge hochkarätiger Profis vor Ort. Völlig egal, am Ende hießen die Halbfinals Rory McLeod gegen Mike Dunn und Tian Pengfei gegen David Gilbert. Es setzte sich McLeod durch, womit der Zahnarzt seinen ersten Ranglistenpunktetitel einfahren konnte. Leider wird es vorerst die letzte Ausgabe der Ruhr Open gewesen sein; das Turnier ist ein erstes Opfer des Wegfalls der European Tour. Von Mülheim ging es nach Haining, wo Ding Junhui mit dem Titelgewinn seine schwache Form scheinbar begraben konnte. Eine Fehleinschätzung, wie sich inzwischen zeigt. Eine Fehleinschätzung war auch das vorzeitige Abschreiben eines John Higgins, der sich in 2015 in beeindruckender Manier zurückgemeldet hat. In Daqing, wo die International Championship 2015 hinzog, holte sich der Schotte den dritten Titel im Jahr und stürmte zurück in die Top 8 der Weltrangliste. Überraschungs-Finalgegner David Gilbert hatte letztlich keine Chance. Der Snookeroktober war auch wegen einiger Diskussionen, vornehmlich angestoßen durch den Verbesserungen suchenden Shaun Murphy. Sei es die Idee, die Main Tour auf 64 Spieler zu stutzen oder die leidige Diskussion zur Einführung einer Shot Clock. Der gute Magier ist da ausdauernd in den sozialen Medien unterwegs, vor allem, wenn es um sein Lieblingsthema "Kicks" geht.

November

Das Jahr neigte sich nun unweigerlich dem Ende entgegen. Nachdem Mark Allen das European-Tour-Event in Sofia gewinnen und sich damit auf den letzten Drücker für das Champion of Champions qualifizieren konnte, ging das Turnier der Turniersieger in Coventry auch schon los. Es war ein Favoritensterben erster Güte; nur 3 der 8 gesetzten Spieler schafften überhaupt den Sprung in das zweite Match, lediglich 2 erreichten das Halbfinale. Am Ende standen sich Neil Robertson und Mark Allen im Endspiel gegenüber und es war der Australier, der nach einem deutlichen 10:5 seine Formkrise endgültig beendete. Dies tat auch Marco Fu, der vor Heimpublikum in Hongkong den General Cup gewinnen und mit einem Erfolgserlebnis in die UK Championship gehen konnte.

Dezember

Die gehört allerdings schon in den letzten Monat des Jahres und was für ein tolles Turnier war das? Spannende Matches, hochklassiges Snooker, ein Maximum Break im Finale, ein Siegeszug von David Grace und am Ende ein strahlender Sieger mit Namen Neil Robertson, der seinen zweiten UK-Titel holte. Finalist Liang Wenbo war chancenlos, auch weil sich der Australier von der 147 nicht aus der Ruhe bringen ließ. Apropos 147: Nachdem es das ganze Jahr über seit Februar kein Maximum mehr gegeben hatte, folgte nun gleich ein weiteres perfektes Break. Marco Fu schaffte bei seinem Siegeszug in Gibraltar die 147 und sicherte sich neben dem Turniersieg auch gleich noch einen Twitteraccount. Den will Mark Williams jetzt übrigens erstmal stilllegen, eine Hiobsbotschaft für alle Humoristen unter den Snookerfollowern. Ausklang fand das Snookerjahr dann mit der Qualifikation für das German Masters, die Ding Junhui, Neil Robertson, Ronnie O'Sullivan, John Higgins, Ricky Walden und Joe Perry gleichsam verpassten. Damit ist für "The Rocket" die Rückkehr auf die Main Tour erstmal suboptimal geraten und er muss im Januar wieder voll angreifen.

Das tue ich natürlich auch, doch vorher wünsche ich allen Lesern ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Achja, nicht vergessen: Hört unbedingt auch den Kollegen von Mein-Sportradio.de heute zu, wenn Sven und Andreas mit ihren beiden Gästen Rolf Kalb und Lukas Kleckers ihren Rückblick auf das vergangene Snookerjahr werfen!

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